1120
E r d e.
Aornos in Bijore in Indien, die Festung Gwalior in Hindostan,der Zobtenberg in Schlesien, die Landskrone in der Lausitz u.m.a.Meistens laufen dagegen die Gebirgsketten durch unglaublichlange Strecken von den Hanptgebirgen aus, erstrecken sich oftweit in das Meer, wo sie durch einzelne Felsen und Inseln ihre.. Richtung bezeichnen, und es wäre wohl nicht unmöglich, einenZusammenhang aller auf der Erde nachzuweisen. Aeltere Geo-graphen 1 , welche die Felsenzüge gleichsam als das Gerippe derErde ansahen , wollten in denselben einen Bergäquator und Pa-rallele finden , welche indefs nicht mit dem geographischen Ae-quator parallel, sondern eine nördlichere Richtung befolgend mitihm einen beträchtlichen, nicht genau bestimmten Winkel bil-den sollten 2 . Nach andern sollten sich zwei mit dem Aequatornahe parallel laufende Bergketten, eine unter 50° N. B. die an-dere unter 25° S. B. befinden 3 . Buffos'* läfst die Bergkettenvon Norden nach Süden laufen, welche Richtungen von anderndie Bergmeridiane genannt werden. Iudefs mufs man mit Pal-las und den neueren Geographen annehmen, dafs die Richtungder Bergketten überall kein regelmäfsiges Gesetz befolgt 5 .
Zu den hauptsächlichsten asiatischen Gebirgsketten gehörendas Ural - in seiner Fortsetzung Wercholur - oder Paiassowoi-Pawdinskoi - Gebirge, welches nicht weit vom Caspischen Meere*unter 45° N. B. anfängt, und mit seinen letzten Spitzen unteroft wechselnden Namen sich in das Eismeer verläuft. Fis bildetdie Grenzscheidung zwischen Europa und Asien . An diesesschliefst sich der Kaukasus und südlicher herabgehend der Min-gol und Ararat. Der Taurus und Antitaurus fängt im ehemali-gen Kleinasien an, hängt mit dem Libanon zusammen, welcherder Küste des Mittelländischen Meeres parallel läuft und an diein der Richtung des rothen Meeres in Arabien sich herabzie-hende Gebirgskette grenzt. Eine dieser fast parallele Gebirgs-kette geht zum Persischen Meerbusen herab und hat den Namen
1 Unter die Vertheidiger dieser Ansichten gehört vorzüglichBoorccet in: Lettres philos. sur la formation des sels et des cristaux.Amst. 1729. 8. p. 183.
2 J. C. Gatterer Abrifs der Geographie. Gott . 1775. S. 91.
3 J. de Phys. 1779. Leipz. Samml. II. 2.
4 Hist. Nat. II. 17. Mehr beschränkt ist diese Meinung inSuppI.
IX. 440.
5 Kant Phys. Geogr. If. 2. S. 17.