Band 
Dritter Band. E.
Seite
1128
JPEG-Download
 

1128

Erd*.

Keifst die Thalsofde, der Thalweg, wodurch man meistens zuden gröfseren Höhen der Gebirge gelangt. Sonst unterscheidetman 1 ängtnthäler, welche mit der Richtung der Gebirge paral-lel laufen, und Querthäler , welche diese unter fast rechtenWinkeln durchschneiden, Haupt/häler, welche von dem hohenGebirgsrücken bis an den Fufs herablaufen, und Nel/enthii!er,welche nur einem Zweige des Gebirges zugehören. Die Aus-, drücke: Flufslhäler, Stromthäler und Meeresthäler sind ansich klar.

Die Thaler steigen so viel höher an und sind überhauptdesto grolsarrtiger, je höher und gröfser die Gebirge sind, wozusie gehören, zugleich aber hat v. Humboldt 1 bemerkt, dafsdie Längenthäler ungleich höher liegen als die Querthäler. Soerhebt sich die Thalsohle des Thaies vonCuen 9 a bis zu 1350 T.,von Alausi und Hambato bis 1320 T., das Thal von Quito anseinem östlichen Theile bis 1340, au seinem westlichen bis1490 T. das Bassin des Almaguer bis 1160 T., des Rio Cauca bis 500 T. Auf gleiche Weise ist es im alten Continente , wodas Plateau von Mysore zwischen 380 bis 420 T., das im Innernvon Spanien 350 T., das zwischen den Alpen und dem Jura270 T., das Baiersche 260 und das Schwäbische 150 T. erreicht.Die ungleiche Höhe der Langenthäler vor derjenigen der Quer-thäler ersieht man unter andern aus der Vergleichung derjeni-gen , welche sich in den Anden finden, wo die ersteren 1200bis 1500T. erreichen, während das von NO. nach SW. gerich-tete Thal von Patias, obgleich zwischen sehr hohen Bergspitzennicht mehr als 350 T. absoluter Höhe hat. Aus den Ebenender Lombardei kann man in einer auf die Längenrichtung derTyroler Alpen lothrechten Linie 8,75 Meilen Vordringen , undfindet bei Botzen die Höhe der Etsch nur 182 T., dagegen er-hebt man sich von Botzen zur Spitze des Brenner’s auf eineStrecke von 4,71 Meil. bis 746 T. 2 .

Meistenteils sind die Thäler durch Wegspülungen undallmäliges Einreifsen des Wassers entstanden, oder scheinen die-ser viele Tausende von Jahren anhaltenden Einwirkung ihren

o

Ursprung zu verdanken. Hierfür spricht die Gestalt derselben^desgleichen dafs, in den meisten stets lliefsende oder minde-

1 Voy. X. 85.

2 ▼. Humboldt Voy. X. 84.