Band 
[Fünfzehnter Band.]
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England. Karl I. in der ersten Zeit.

mon-Pleas oder aus zwei anderen Richtern bestehen sollen. Hallambehauptet, die Wirksamkeit dieses ohne Geschworene richtenden Hofessei zuerst wohlthätig gewesen, später aber, als sie immer mehr ausgedehntworden wäre und allmälig alle geheimen Räthe in der SternkammerSitz erhalten hätten, sei sie höchst gehässig geworden. Von der Bar-barei dieses Gerichtshofes und von dem Misbrauche desselben, nichtdie für jedes Vergehen gesetzlich bestimmte Strafe, sondern will-kürliche grausame Martern zu verhängen, gibt uns das Verfahrengegen den Prediger Leighton ein Beispiel. Leigthon wurde vomBischof Laud verfolgt und durch die Sternkammer im November1630 auf barbarische Weise bestraft, weil er, ein Geistlicher derschottischen Kirche, sich in gedruckten Schriften äußerst grobe undüber allen Begriff scurrile Ausfälle gegen die englische Kirche undGeistlichkeit erlaubt hatte. Sein Vergehen war allerdings von derArt, daß er nach keinem der jetzt in Deutschland bestehenden Paß-gesetze dem Zuchthause entgangen sein würde; allein die unwürdige,grausame und ganz willkürliche Strafe, welche das Ausnahme-Tri-bunal über ihn verhängte, mußte nothwendiger Weise die Wirkunghaben, daß die hohe Commission und die Sternkammer als Laud'sWerkzeuge unerträglich gemacht wurden. Er ward nämlich nichtnur degradirt, ausgepeitscht und auf der Wange gebrandmarkt, sondernman schnitt ihm auch das eine Ohr ab, schlitzte ihm ein Naselochauf, und übte acht Tage nachher dieselbe Barbarei noch einmal an ihm.

Noch ärger ward Laud's anglikanisch-hierarchische Tyrannei, alsnach des Königs Rückkehr von der Krönung in Schottland der Erz-bischof Abbot von Canterbury starb, und Laud an dessen Stelle zumPrimas von England ernannt wurde. Von diesem Augenblicke anwar jeder Schritt der Regierung eine Annäherung an die römischeKirche, deren Gebräuche und Ceremonien dem Könige aus demselbenGrunde wohlgeficlen, aus welchem jetzt überall die höhere Aristokratie,selbst in England und Schottland, wenn auch nicht der katholischenReligion, welche streng wie die protestantische ist, doch der katholischenKirche huldigt. In Deutschland ist diese Klaffe von Leuten bekannt-lich jetzt entweder fanatisch protestantisch oder fanatisch römisch. Eswäre ermüdend, alle die Fälle anzuführen, in welchen Laud sich derSternkammer zu seinen Verfolgungen und Ungerechtigkeiten bediente.Wir wollen daher nur beispielsweise einige wenige von den unerhört

Schlosser'« Weltgesch. f. d. d. V. XV. 3