Band 
[Fünfzehnter Band.]
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England. Karl I. in der ersten Zeit.

Karl hatte damals bereits den Weg betreten, welcher überall,wo Stände mit ihrem Fürsten in Streit gerathen, am sichersten zumZiele führt. Er hatte mehrere scharfe Juristen von der Oppositionzu sich herüber gebracht, und diese leisteten ihm als Proselyten undAbtrünnige, welche von ihren alten Freunden bitter gehaßt und ver-folgt wurden, ganz vorzügliche Dienste. Wir nennen von ihnen be-sonders zwei, weil bald nachher das Schicksal des Königs und derMonarchie an den Proceß geknüpft ward, in welchen die Oppositionden einen derselben verwickelte. Diese beiden Männer waren SirJohn Finch, der Sprecher des letzten Parlaments, und ThomasWentworth, welcher in demselben der tüchtigste und heftigste Ver-theidiger der Parlaments-Rechte gewesen war. Finch war kein großerRechtsgelehrter; er hatte sich aber die Gunst des Königs und seinerGemahlin erworben; und ward deshalb zum Lord Oberrichter ernannt,

- als der bisherige Oberrichter Robert Heath entlassen wurde, weilderselbe sich nicht hatte gebrauchen lassen wollen, um von den übrigenRichtern des Kingsbench ein Gutachten zu Gunsten der königlichenErhebung des Schiffsgeldes zu erlangen. Finch erwirkte, nach langervergeblicher Bemühung, endlich 1636 von allen Richtern außer vonCrook und Hutton, welche übrigens wenigstens ihre Unterschrift nichtversagten, ein dem Könige günstiges Gutachten. Der andere zurköniglichen Partei übergetretene Oppvsitions-Mann, Thomas Went-; worth, wurde seiner Kenntnisse und Talente wegen von Jedermannl bewundert, und schien ganz eigentlich dazu geboren zu sein, um ohnel Richelieu's gehässige Eigenschaften dessen Rolle in England zu spielen,l Er war unbegrenzt stolz und hochmüthig, und der König hatte ihnk wahrscheinlich schon vor der Auflösung des Parlaments gewonnen.^ Wentworth ward 1632 zum Präsidenten des Rathes für den Norden> ernannt, wodurch er Gelegenheit erhielt, die Rolle eines autokratischen! Ministers in einem constitutionellen Lande zu spielen. Der Raths des Nordens oder, wie man ihn auch nannte, der Hof von Jork wart von Heinrich VIII. errichtet worden, als dieser im Norden, wo die, meisten Klöster lagen und der Adel kriegerisch und mächtig war, den! stärksten Widerstand gegen seine tyrannische Herrschaft gefunden hatte.Heinrich hatte diesen ganz königlichen Gerichtshof unter dem Ver-wände errichtet, den ärmeren Bewohnern des Nordens die Mühei und Kosten, welche der Besuch der Tribunale in Westminster ihnen