Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Widerstand vom Könige annehmen werde; und auch Clarendonglaubt, der König würde damals die Sache haben durchführenkönnen. Dies geschah jedoch nicht. König Karl ließ zwar, ohnedie General-Versammlung oder überhaupt Geistliche der schottischenKirche zu befragen, eine Liturgie für die Schotten aufsetzen; ernahm diese aber wieder mit nach England, wo sie durch drei vomKönige ernannte Bischöfe durchgesehen und nachher von ihm gebilligtward. Erst im Jahre 1637 ward diese Liturgie auf des KönigsBefehl bekannt gemacht. Zugleich verordnete Karl, daß dieselbe inallen Kirchen vorgelesen werden solle. Der Tag, an welchem diesgeschehen sollte, ward nicht einmal allen Bischöfen angezeigt; ja,selbst der geheime Rath oder die eigentliche schottische Regierungerhielt erst eine Woche vor diesem Tage Kenntniß von der Sache,und war deshalb auch nicht im Stande, gegen den Eindruck, welchendie Erscheinung der Geistlichen im Ornat der päbstlichen Kirche aufdas Volk machen würde, Vorkehrungen zu treffen. Der Grafvon Traquaire, Reichs-Schatzmeister von Schottland, bewirkte zwar,daß die erste Vorlesung auf den Juli verschoben wurde; dies gababer den Häuptern der Partei des immer noch bestehenden CovenantGelegenheit, die ganze Zahl der Frommen und besonders die Weibergegen das drohende Pabstthum aufzuregen. Als daher am 23. Juli1637 der Dechant von Edinburg in seinem neuen Ornat vor demAltar der Kathedrale erschien, um die Liturgie vorzulesen, brach inder Kirche ein förmlicher Aufstand aus. Die Weiber sprangen aufund schrieen: „Ein Pabst! Ein Pabst!", und der Lärm wardbetäubend, obgleich der Kanzler von Schottland und andere Mit-glieder des geheimen Rathes anwesend waren. Der Bischof, welcherdie Kanzel bestieg, um zur Ruhe zu ermähnen, ward ausgehöhnt,und als endlich die anwesenden Mitglieder der Regierung die Poli-zeibeamten aufforderten, die tobende Menge aus der Kirche zutreiben und die Thüren zu schließen, wollten einerseits die Zurück-bleibenden der Vorlesung keine Aufmerksamkeit mehr schenken, undandererseits wurden die Thüren durch die Herausgetriebenen gewalt-sam gesprengt. Die Bischöfe wurden nachher überall vom Pöbelmishandelt, und zwar nicht blos mit Worten, sondern auch thätlich.Sie schickten Boten an den König; dieser konnte aber durchauskeine Maßregeln treffen, weil er seinem englischen Ministerium