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Geschichte der neueren Zeit.
diese Weise der König seinen Zweck, eine bedeutende Summe fürden schottischen Krieg zu erhalten, verfehlt hatte, ward das Parlamentam 3. Mai 1640 wieder entlassen, und Karl suchte auss neue Geldvon den Reichen zu erheben, was auch sein Vater oft gethan hatte.
Es wäre ermüdend, alle die Mittel und Wege anzugeben, wie Kö-nig Karl Anlehen von Privatleuten, reichen Hofbeamten, Pairs undKaufleuten theils erbettelte, theils auf ungesetzliche Weise erhebenließ. Er war so glücklich, in Zeit von drei Wochen eine Summevon hunderttausend Pfund aufzubringen, mit der er seine Milizenund geworbenen Leute bezahlen konnte. Mit diesen Truppen undmit dem aufgebotenen Heerbann des Adels oder den sogenanntenCavalieren zog er dann an die schottische Grenze. Zu seinem Un-glücke war er, sowie sein Freund Strafford, der einzige Mann, wel-cher den Umständen gewachsen war, von Verräthern oder doch vonsolchen Leuten umgeben, denen die bestehende Verfassung lieber war,als die Person des Königs. Die gefährlichsten Feinde waren vorerstnicht die biederen, tüchtigen, heftig tobenden pietistischen Republikaner,die sich offen aussprachen, sondern die heuchelnden und schmeichelndenAristokraten und solche Männer wie der Staats-Secretär Vane, welcherStrafford's Verderben suchte, oder wie dessen Sohn, der jüngere Vane,der ein wüthender Gegner des Königthums war. Karl hatte außer-dem den Grafen Esser und zwei andere Pairs, welche im vorigenJahre an der Spitze des Heeres gewesen waren, dadurch gekränkt,daß er sie nicht wieder zu Führern ernannte, sondern sein Heer demGrasen von Northumberland übergab. Dieser hatte denGeneral Conway zur Seite, welcher zwar das Militär-Wesen gutverstand, sich aber weniger um den Krieg, als um seine sinnlichenVergnügungen bekümmerte. Als Northumberland erkrankte, ernanntedaher der König, welcher selbst das höchste Commando führte, denGrafen Strafford zum Oberbefehlshaber des gegen die Schotten be-stimmten englischen Heeres. Strafford hatte, ehe er im vorigenJahre aus Irland zurückgekehrt war, vom dortigen Parlament eineBeisteuer erlangt und ein Heer gebildet, welches er unter dem Her-zoge von Ormond in Irland zurück ließ. Er ward unglücklicherWeise, als er zum Heere reiste, durch Unpäßlichkeit aufgehalten, und indieser Zwischenzeit ließ Conway sich von den Schotten überfallen undschlagen. Die Letzteren nämlich, welche unter Leslep jetzt dem englischen