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Geschichte der neueren Zeit.
ihn daher einen ganzen Tag hindurch Bischöfe und liberale Minister,seine Zustimmung zu geben. Erst um neun Uhr Abends ließ er sichbewegen, die beiden Gesetze zu unterschreiben, von welchen das eineStrafford's Todesurtheil war, das andere aber festsetzte, daß dasgegenwärtige Parlament nur mit seiner eigenen Zustimmung vertagtoder entlassen werden dürfe. Selbst die herrschenden Demagogenmußten eingestehen, daß durch das letztere Gesetz der monarchischeTheil der Constitution nicht weniger werde verletzt werden, als derdemokratische Theil durch die Ausführung von Strafford's Anschlägenwürde verletzt worden sein. Sie gaben aber vor, diese Maßregelsei unerläßlich, weil die reichen Leute, welche bisher das Geld zurUnterhaltung der Schotten und des königlichen Heeres hergegebenhätten, nichts mehr leihen würden, wenn sie nicht sicher wären,daß das Parlament und die von diesem decretirten Auflagen fort-beständen.
Der König machte noch einen letzten Versuch, den Grafen zuretten, und that zu dem Ende einen sehr unvorsichtigen Schritt. Ge-schickte nämlich den damals noch sehr jungen Prinzen von Walesmit einem Briefe an die Pairs, um zu fragen, ob es denn nichtauf irgend eine Weise möglich sei, sein Recht der Erlassung oderMilderung von Strafen geltend zu machen. Auch diese persönlicheVerwendung war vergeblich, und hatte noch dazu den Nachtheil, daßsie der Würde des Königs Eintrag that und die Republikaner drei-ster machte. Strafford mußte am 12. Mai das Schaffet besteigen.Er zeigte sich bei seiner Hinrichtung würdig und groß, wie er sichin der letzten Rede, die er an seine Richter hielt, als einen dergrößten Redner und Denker gezeigt hatte. Die Art seines Beneh-mens und die erhabenen Reden Strafford's, als er ein Opfer derPietistischen Wühler im Unterhause und der liberalen Ehrgeizigenim Oberhause ward, findet man ausführlich in den Staats-Processen(Th. III. am Ende) angegeben. — Land blieb einstweilen noch ver-schont. Dagegen wurden durch ein Gesetz die Sternkammer und diehohe Commission ganz abgeschafft. Der König, welcher dem Herkommennach seine Zustimmung verweigern durfte, ohne die Verfassung zuverletzen, widersetzte sich vergebens diesem Gesetze.