Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neuere» Zeit.

unstreitig jesuitisch war. Seine frommen Gegner hatten ihm jedochnichts vorzuwerfen; denn die Gründe, welche sie vorbrachten, warenpietistisch-sophistisch, und die Mittel, die sie gebrauchten, waren nichtbesser, als die des Königs. Karl hoffte auf Hülfe, welche ihmseine Gemahlin, die im Januar auf den Continent gegangen war,von Frankreich und seine mit Prinz Wilhelm II. von Oranienvermählte Tochter Maria aus Holland verschaffen würden. Erselbst begab sich von Hamptoncourt nach Windsor und von da inden Norden von England, sammelte ein Heer von sogenannten Ca-valieren oder von solchen Leuten, die sich unter uns jetzt Conserva-tive nennen, und rief seine Anhänger im Parlamente zu sich. Vondiesen erschienen zweiunddreißig Pairs und mehr als sechszig Mit-glieder des Unterhauses, welche dann gewissermaßen ein dem Lon-doner Parlamente entgegengesetztes Parlament bildeten. Mitte Juli1642 brach Karl endlich ganz mit dem triumphirenden, jetzt schonganz republikanischen Parlament, und zog gegen das Heer desselbenzu Felde. Die Bürgerschaft von London war es keineswegs zufrie-den, daß ihre Miliz gegen den König gebraucht werden sollte; siebehauptete, daß die Londoner Miliz stets nur unter ihren eigenenBefehlen gestanden habe, und protestirte gegen die Verwandlungderselben in ein Parlaments-Heer. Sie erhielt jedoch eine schnödeAntwort, der Lordmayor wie der Stadt-Spndikus (recvrcker) wur-den abgesetzt, und der Gemeinderath der Stadt ganz umgestaltet.Auch die Einwohner der Grafschaft Kent bewirkten, als sie einePetition gegen die Errichtung eines Heeres an das Parlament sand-ten, nichts Anderes, als daß dieses erklärte, jeder, welcher künftigdergleichen Petitionen einschicke,. werde als Feind des Vaterlandesbetrachtet und behandelt werden. Zugleich ward gegen alle diejenigen,die sich als Anhänger des Königs zeigten, mit revolutionärerStrenge verfahren.

Der König war mit seinen Anhängern übler daran, als dasParlament mit dem Volke; denn er durfte nicht wie das Parlamentterroristische Maßregeln anwenden, und doch konnten die vornehmenLeute, welche ihn umgaben, sich nicht wohl an das Lagerleben gewöh-nen. Andererseits bestand zwar das Oberhaus damals selten ausmehr als sechszehn Mitgliedern; gerade dadurch wurden aber Leutewie Pym und Hampden im Unterhause ebenso mächtig, als