Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der »eueren Zeit.

jede andere kirchliche und weltliche Regierung. Sie kamen besondersseit der Zeit empor, als der König die kurz zuvor erwähnten ir-ländischen Regimenter nach England hatte kommen lassen. Zu ihnengehörte auch Oliver Crom well. Dieser begann sowohl im Heere,als im Parlamente eine große Rolle zu spielen, seitdem Hampdenim Kampfe geblieben und Ppm an einer entsetzlichen Krankheit, derauch Sulla und Philipp II. erlegen sein sollen, gestorben war. Erwar von dieser Zeit an die Seele alles dessen, was im Felde ge-geschah, überließ aber alle bürgerlichen Angelegenheiten vorerstnoch dem jüngeren Vane. Cromwell, der zum Feldherrn geborenwar, kannte seine frommen Soldaten vollständig, und begeisterte siedurch Gebet und Predigt. Er verstand sich außerdem meisterhaftdarauf, ein Heer zu organisiren, und beherrschte den wahrhaft from-men, wenig ehrgeizigen Fairfar, der ihm im Cvmmando vorgesetztwar, ganz unbedingt.

Cromwell war, während Graf Esser noch den Oberbefehl derHauptmacht des Parlaments hatte, mit Fairfar gegen die aus Ir-land herübergebrachten Regimenter ausgezogen, und trug im Januar1644 wesentlich dazu bei, daß das Parlaments-Heer in einem Treffenbei Nantwich den Sieg erfocht. Dieses Treffen ist dadurch merk-würdig, daß es einem sehr tüchtigen königlichen Officier, dem Ge-neral Monk, die Veranlassung gab, sich ebenso den englischen Re-publikanern zu verkaufen, wie er später die Republik dem SohneKarl's I. verkaufte. Monk gerieth bei Nantwich in Gefangenschaft,und saß dann eine Zeitlang im Tower, erlangte aber nachher durchCromwell die Freiheit wieder, und wurde von diesem zu den wich-tigsten Geschäften gebraucht.

Zu derselben Zeit, als die königlichen Truppen bei Nantwichgeschlagen worden waren, hatte der König seine Anhänger in beidenHäusern nach Orford berufen und aus ihnen ein Gegen-Parlamentgebildet. Andererseits wurde das Parlaments-Heer durch die könig-lichen Truppen aufgehalten, welche dem Namen nach der noch jungeThronfolger (Karl II.), in Wirklichkeit aber Pfalzgraf Ruprecht be-fehligte. Hätte der Letztere mehr Fähigkeiten besessen, so würde erdie Feinde seines Oheims im März leicht haben schlagen können,weil Graf Esser, welcher mit den Jndependenten sehr unzufriedenwar und den König nicht ganz sinken lassen wollte, zuerst jeder