! England. Krieg zwischen Karl I. u. dem Parlament. 89
gen durch Gott selbst verliehenen absoluten Herrscherrechte herleitete.Für dieses absolute Königthum konnte er sich freilich mit einigemRechte auf das Beispiel Heinrich's VII. und Heinrich's VIII., sowieder Königinnen Maria und Elisabeth berufen, welche trotz der engli-schen Constitution die ärgste monarchische Willkür geübt hatten,j König Karl, welcher ebenso, wie am Ende des vorigen Jahrhun-i derts Ludwig XVl., vom Schicksale verfolgt ward, huldigte einer! viel verderblicheren Theorie, als dieser; wir können ihm. aber deffen-! ungeachtet unsere Bewunderung nicht versagen, weil er ebensomännlich und kräftig handelte, als König Ludwig sich weibisch und^ schwach bewies. Übrigens machte der König, als die Unterhand-! lungen mit dem Parlamente wieder abgebrochen waren, den Katho-! liken Jrland's Zugeständnisse, die er früher ihnen verweigert hatte.Er ertheilte nämlich setzt dem Grafen von Ormond Auftrag undVollmacht, den Jrländern Alles zuzugestehen, was sie verlangenwürden, wenn sie nur das Versprechen gäben, die königlichen Vor-rechte anzuerkennen und die Güter der Protestanten zu schonen.
Eine sehr ungünstige Fügung des Schicksals war es für Karl,daß in demselben Augenblicke, als in England die Jndependentenans Ruder kamen, die Hoffnung vereitelt ward, die er auf einen vonden Bergschotten versprochenen Beistand gegründet hatte. Die Aussichtauf diese Hülfe war ihm gerade zu der Zeit eröffnet worden, als die Un-terhandlungen in Urbridge fruchtlos zu Ende gegangen waren. Damalshatte der schottische Baron Montrose, der sich bei Karl in Ox-ford befand und großen Anhang im Hochlande hatte, sich erboten, seineLandsleute für den König in den Kampf zu rufen. Er hatte zudiesem Zwecke einen anderen schottischen Feudal-Herrn, den Grafenvon Antrim, mit dem er in Orford bekannt geworden war, be-wogen, sich mit ihm zu verbinden, um den Grafen von Argple,welcher von der halb politischen, halb theologischen Volks-NegierungSchottland's als Statthalter dieses Reiches eingesetzt worden war,zu vertreiben und das königliche Ansehen wieder herzustellen. BeideMänner wollten zunächst die von ihnen ganz abhängigen Vasallenaufbieten, welche Antrim unter den nach Irland verpflanzten Schotten,Montrose im Hochlande selbst hatte. Mit einer Vollmacht des! Königs versehen, traten Ende Juli 1644 Antrim an der Spitzeseiner Jrländer und Montrose mit seinen Bergschstten im Hoch-