England. Krieg zwischen Karl l. u. dem Parlament. 97
verlangten, so traute ihm niemand; denn man erfuhr, daß er Wider-sprechendes zusage, und man wußte, daß er nicht sehr gewissenhaftim Worthalten sei. Die Furcht, den Jndependenten in die Händezu fallen, bewog endlich den König, sich lieber den Presbyterianernanzuvertrauen. Er schwankte aber auch bei diesem Beschlusse sogardann noch, als er bereits auf der Reise zu den Schotten war. Ermeinte stets, es sei besser, zu dem Parlament in London zu gehen,obgleich dieses ihm noch in der letzten Zeit nicht allein drei- bis vier-mal den erbetenen Geleitsbrief abgeschlagen, sondern auch ausdrück-lich verboten hatte, in London Schutz zu suchen. Er faßte übrigensden verzweifelten Entschluß, zu den Schotten zu gehen, weil diese jakeine Ursache hatten, ihm feindlich zu sein, nachdem er ihnen schonlängst Alles, was sie forderten, zugestanden und sie selbst ihn stetsals ihren König anerkannt hatten. Gleichwohl verstand er sich zurFlucht in das schottische Lager erst dann, als Lord Apsley an derSpitze der Royalisten ihn von den Jndependenten, welche ihn inOrsvrd eingeschlossen hielten, zu befreien gesucht hatte und dieseUnternehmung mislungen war. Der König hatte nämlich am Endedes vorigen Jahres die Hoffnung gefaßt, daß er im Stande seinwerde, die Besatzungen, die er noch in mehreren kleinen Plätzenhatte, zusammenzuziehen und dann an der Spitze eines kleinenHeeres sich zu den Bergschotten unter Montrose durchzuschlagen. Zudiesem Zwecke hatte Lord Apsley, welcher mit zweitausend Mann inWorcester lag, mit den zweitausend Mann zusammenstoßen sollen,welche der König ihm von Orford aus entgegen führen wollte. Diedarüber geschriebenen Briefe und Befehle wurden aber aufgefangen,und die Gegner vereinigten dann sogleich die Besatzungen vonGlocester, Warwick, Coventry und Evesham, und folgten den Eil-märschen der Royalisten. Lord Apsley glaubte gerade zwei Märscheüber die Feinde gewonnen zu haben, und seine Truppen waren voneinem nächtlichen Marsche ganz ermüdet, als er angegriffen ward.Seine Leute wurden zerstreut, er selbst und der Befehlshaber seinerReiterei gefangen genommen. Jetzt blieb dem Könige nichts übrig, alsentweder im schottischen Lager oder in London Schutz zu suchen ")
*) Clarendon schließt sein neuntes Buch mit den Worten: IVor <li«l tüersremnin trvm tüis liins possibilit^ toi tlik Kinz to cirnrv otkortrooxs tozetker in tlio Lelä.
Schlosser's Weltgesch, f. d, d. B. XV. 7