Band 
[Fünfzehnter Band.]
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104 Geschichte der neueren Zeit.

borgen, daß der Zustand des Landes, über den er weinte, nur seinWerk und die Wühler, welche das Heer aufregten, nur seineWerkzeuge seien. Seine Gegner im Parlament beschlossen endlich,sich seiner zu bemächtigen und ihn unschädlich zu machen. Aneinem bestimmten Tage sollte, sobald Cromwell seinen Sitz imHause eingenommen habe, der Antrag gestellt werden, daß er er-griffen und in den Tower gebracht werde. Cromwell erhielt jedochKenntniß von dem Verfahren seiner Feinde, und entzog sich ihnen,indem er an demselben Tage, an welchem er verhaftet werden sollte,in aller Frühe, von einem Reitknecht begleitet, London verließ undsich an einen Ort begab, an welchem er einige Regimenter ausihren zerstreuten Quartieren zusammengezogen hatte. Von dort auszeigte er in einem Briefe dem Parlamente an, er habe sich zujenen Regimentern begeben, weil ihm gemeldet worden sei, daß sieihren Sinn geändert hätten, und daß jetzt seine Ermahnungen beiihnen fruchten würden. Was den Oberbefehlshaber Fairfar betrifft,so ließ dieser, obgleich er ein Presbyterianer war, Alles geschehen,was Cromwell und seine Genossen anzettelten, weil er indolent undgewohnt war, sich leiten zu lassen. Er ward auch von seiner Ge-mahlin geleitet, und zwar in einem ganz entgegengesetzten Sinne,als von Cromwell.

Am Morgen desselben Tages, an welchem Cromwell sich demParlamente entzog (3. Juni 1647), erfolgte von Seiten des Heeresein Schritt, welcher dem Könige neue Verlegenheiten bereitete undzugleich eine Entscheidung schneller herbeiführte, als sonst geschehensein würde. Der Fähndrich Joyce, welcher früher Schneidergewesen war, erschien nämlich, scheinbar ohne irgend einen ausdrück-lichen Befehl, mit etwa fünfzig Soldaten bei Tagesanbruch uner-wartet vor dem Landhause zu Holmby, in welchem der König unterder Aufsicht von Parlaments-Commissären gefangen gehalten wurde,drang, indem die von diesen angestellten Wachen ohne irgend einenWiderstand ihm die Thore öffneten und davon gingen, in das Hausein, besetzte es und ließ den Oberst Graves, welcher jene Wachenbefehligte, verhaften. Nachdem er hierauf den ganzen Tag übernichts weiter vorgenommen hatte, trat er um zehn Uhr Abends vorden König und erklärte ihm, daß er, dem Verlangen des Heeresgemäß, am anderen Morgen um sechs Uhr in eine sicherere Be-