1V6
Geschichte der neueren Zeit.
gleich allen anderen Bewohnern des Landes dem bürgerlichen Schul-dengesetze Folge leisten müsse. Auch bestimmte das Parlamentdamals einen Tag, gn welchem von ihm Klagen gegen seine eige-nen Mitglieder angenommen werden sollten. Von dieser Zeit anward die Correspondenz der Presbyterianer des Parlaments und derJndependenten, aus welchen der Kriegsrath des Heeres bestand,immer heftiger. Am 15. Juni trat endlich der Letztere gegen dasParlament ganz auf dieselbe Weise auf, wie der König beim An-fange der bürgerlichen Unruhen gethan hatte. Er klagte nämlich in einerbeim Parlament eingereichten Schrift, welche Lambert und Jretonunter Cromwell'ö Leitung verfaßt hatten, elf der vornehmsten Pres-byterianer des Parlaments, unter denen Hollis, Glyn und derSyndikus (recoräer) von London waren, als Hochverräther an, weilsie Zwietracht zwischen dem Heere und dem Parlament gestiftethätten. Zugleich forderte der Kriegsrath, daß nicht nur das Unter-haus von den Mitgliedern, welche nach den neuesten Verordnungennicht mehr zur Theilnahme berechtigt wären, gesäubert werde, son-dern daß man auch einen Termin festsetze, bis zu dessen Ablaufdas gegenwärtige Parlament entlassen werden sollte. Cromwellspielte damals seine doppelte Rolle so gut, daß das Parlament inder Meinung erhalten wurde, er habe ebenso wenig als Fairfarmit dem Unternehmen der Soldaten zu thun. Öffentlich trat er erstdann hervor, als er seiner Sache ganz sicher war und den Plandes Parlaments, sich Skippon's und der Londoner Miliz zu bedie-nen, vereitelt hatte.
Eine Deputation von zwölf Obersten, Oberstlieutenants undHauptleutcn überbrachte dem Parlament die schriftliche Vorstellung,in welcher die Ausschließung der elf tüchtigsten und kräftigstenParlaments - Mitglieder gefordert wurde, weil das Heer unmög-lich zugeben könne, daß dieselben Leute, von denen es so oftangegriffen und beleidigt worden sei, über ihre eigenen Vergehungenzu Gericht säßen. Dem Könige kam der Zwist zwischen Heer undParlament in so fern zu Statten, als beide Theile sich gegen ihnsehr freundlich bewiesen, weil Beide sich seiner bedienen wollten,wenn es zum offenen Kampfe gekommen sei. Nachdem der Streitnoch eine kurze Zeit gedauert hatte, faßte endlich das Heer den Ent-schluß, nach London zu marschiren. Wirklich brachen auch die