Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neuere« Zeit.

statt daß in Dänemark der König den Edelmann nicht einmal ver-hindern könne, aus seinem Hause zu gehen. Uhlefeld erlangte da-mals von den Holländern einen Vertrag, in welchem diese für ge-wisse Fälle ihren Beistand versprachen, sowie einen zweiten, inwelchem sie nicht nur eine jährliche Summe statt des bisher vonihnen gezahlten Sund-Zolles zusagten, sondern auch die Verpflichtungeingingen, der augenblicklichen Verlegenheit des Königs durch dieZahlung einer runden Summe abzuhelfen. Der letztere Vertrag,welcher unter dem Namen des Redemptions-Tractats bekanntist, ließ sich allerdings von einer Vortheilhaften Seite her betrachten;dessenungeachtet war aber der Hof sowie ein Theil des Adels mitdemselben unzufrieden. Dies mußte Uhlefeld zugleich mit allenübrigen Verwandten der Christina Munk bald nach seiner Rückkehrempfinden. Freilich hatten er und diese alle Welt durch Übermuthgekränkt, während der neue König durch sein biederes Wesen unddie Königin durch ihre Freundlichkeit den Adel für sich einnahmen.

Uhlefeld ward zuerst in Betreff der Gelder, die er auf seinenReisen ausgegeben hatte, zur strengen Rechenschaft gezogen. Nach-her aber spann man eine Kabale gegen ihn an, deren eigentlicherZusammenhang sogar durch die gerichtliche Untersuchung nicht klargemacht worden ist. Dina Winhvfvers nämlich, die Wittweeines Holsteiners, die sich in viele vornehme Häuser der Hauptstadteingedrängt und durch Klatschen und Zwischenträger: bekannt gemachthatte, benutzte den Unwillen der königlichen Familie über CorfitzUhlefeld, um ihn und seine Gemahlin zu beschuldigen, daß Beideden König hätten vergiften wollen. Die Geschichte dieses angeb-lichen Mordversuches ist so abenteuerlich, daß wir es nicht der Mühewerth halten, ihrer näher zu gedenken. Drei angesehene Dänen,die sich dem Hofe gefällig machen wollten, dachten anders. DieseMänner waren Georg Walter, der sich 1645 als Commandantvon Rendsburg rühmlich ausgezeichnet hatte, und von König Friedrichzum Obersten und geheimen Rath, sowie zu einem seiner Günstlingegemacht worden war, Otto Sperling, der Arzt von Uhlefeld,und Magister Simon Hennings, deutscher Prediger in Kopen-hagen und Uhlefeld's Beichtvater. Alle drei wurden in das Gerededes leichtfertigen Weibes verwickelt, die sich nicht schämte, zu gleicherZeit dem Reichs-Hvfmeister von Nachstellungen vorzureden, welche