136 Geschichte der neuere» Zeit.
Quartianer, welche vorher zu ihm übergegangen waren, verließenihn, sobald die Polen ihnen wieder Bezahlung bieten kennten. Dieschwedischen Truppen waren ermüdet und litten Mangel an Lebens-mitteln; die Fürsten Sapieha verriethen, wie ihre Landsleute zuthun Pflegen, den König, als sie den Übertritt zu seinen Gegnern !
vortheilhafter fanden; ein großer Theil des schwedischen Heeres erlag ^
dem Hunger und der Kälte, und viele wurden einzeln von den Bauern s
erschlagen. König Karl mußte daher am 12. März 1656 den Rück- s
marsch nach Warschau antreten, und zwar zu einer Zeit, als das ;
Thauwetter alle Wege unbrauchbar gemacht hatte. Man kann nicht ^
umhin, bei diesem Zuge des schwedischen Königs ebenso, wie beiAlerander's des Großen und Bonaparte's Unternehmungen, die Kraft 'und Kühnheit eines Mannes zu bewundern, welcher Tausende fürseine eiteln Hirngespinnste so zu begeistern verstand, daß sie Gesund- iheit und Leben opferten, um ihn berühmt zu machen; ein beschränkterGeist wird es aber gern großen Geistern überlassen, große Männerzn preisen. König Karl und sein von ihm begeistertes Heer über-wanden bei ihrem Rückzüge nach Warschau alle Schwierigkeiten, sie §schlugen sich trotz eines ungeheueren Verlustes an Menschen, Pferden, ,Geschützen und Gepäcke durch, und erreichten am 7. April Warschau, inachdem sie noch am 26. März das Lager des Fürsten Sapieha, der 'ihnen mit unzähligen Litthauern auf den Fersen gewesen war, erstürmtund unermeßliche Beute gemacht hatten.
Von Warschau kehrte Karl nach Preußen zurück, um Danzig zubelagern und Verstärkung zu erwarten. Er ließ in Warschau einekleine Heeresabtheilung zurück, und schickte außerdem seinen Bruder,den Pfalzgrafen Adolf Johann von Sulzbach, gegen des neueHeer, welches Czarnecky gesammelt hatte. Dieses wurde bei Gnesen >
alsbald in die Flucht getrieben. Die Erbitterung gegen den wankel- i
müthigen polnischen Adel trieb damals den König Karl zu einer >ähnlichen Verordnung gegen diesen, wie Bonaparte sie gegen alle die-jenigen erließ, die sich seines Despotismus erwehren wollten. Der schwe-dische König versprach nämlich in einer Proclamatirn jedem leibei- !genen Bauern, welcher einen abtrünnig gewordenen polnischen Edel- >mann gefangen nehme oder tödte, die Hälfte vom Vermögen dessel-ben, die Freiheit semes Bauernhofes und das Recht der Nutznießung.adeliger Güter auf sechs Jahre. Die Stadt Danzig eroberte der