Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Skandinavien, Erster dänischer Krieg Karl'S X.

dings mit besonderer Vorsicht, unternommen, obgleich auf Fühnenfünftausend Dänen lagen und an Einer Stelle die See noch offenwar. Die Reiter führten ihre Pferde an der Hand, das Geschützwar so leicht als möglich gemacht, und die Soldaten mußten weitauseinander gehen. Wären daher die Dänen ebenso muthig gewesen,wie die Schweden, und diesen in geschlossenen Gliedern auf dem Eiseentgegen gegangen, so würde es mitten auf dem Eise zu einer Schlachtgekommen sein, deren Ausgang wenigstens ungewiß gewesen wäre.

' Sie störten jedoch die Feinde in ihrem Marsch nicht im mindesten,und stellten sich ihnen erst nahe an der Küste von Fühnen in Schlacht-ordnung auf dem Eise entgegen. Sie wurden geschlagen und ins-gesammt nebst den sechszig Kanonen, die sie bei sich hatten, gefangengenommen. Auch fünf Reichsräthe, welche auf der Insel waren,geriethen in die Gefangenschaft der Schweden, von welchen sie sehrfreundlich behandelt wurden. Wie tollkühn übrigens der Marschwar, mag man daraus schließen, daß vor des Königs Augen nichtnur seine Leibkutsche und die des französischen Gesandten Terlon,welcher von Kopenhagen aus vermittelnd zu ihm gekommen war,sondern auch einige Schwadronen Reiter untersanken.

Da sowohl England, wo damals Cromwell herrschte, als auch Frank-reich den schwedischen König insgeheim begünstigte, so hatte der englischeGesandte Meadvw den König von Dänemark zu Friedensvorschlägenzu bewegen gesucht. Dieser hatte auch wirklich durch Meadvw Vor-schläge aufsetzen lassen, und die Reichsräthe Joachim Gerc-dorf undChristian Scheel zu Bevollmächtigten ernannt; er konnte aber vonKarl um so weniger einen Waffenstillstand erhalten, da der Über-bringer jener Vorschläge von Kopenhagen her über das Eis ge-kommen war, und folglich Karl jetzt gewiß wußte, daß auch dergroße Belt fest zugefroren sei.

Obgleich der französische Gesandte Terlon, welcher bei KönigFriedrich III beglaubigt war und, nachdem er den schwedischen Königbegleitet hatte, sich nach Kopenhagen zurück begab, ebenso eifrig alsMeadow für den Frieden arbeitete, und obgleich schon unterhandelt^ wurde, so bestand doch Karl auf dem Marsch über das Eis des

l acht Stunden breiten großen Belt. Gegen dieses Wagestück sprachen

t sich alle seine Generale und erfahrenen Officiere aus, und nur sein ser-z viler Schmeichler Corfitz Uhlefeld billigte dasselbe. Der Letztere