Band 
[Fünfzehnter Band.]
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174 Geschichte der neueren Zeit.

tausend Mann nach Korsör, einem vierzehn Meilen von Kopenhagenentfernten Orte. Die Schweden konnten daher den ersten Schreckeneines Überfalles nicht benutzen; zur förmlichen Belagerung einerStadt wie Kopenhagen aber war das schwedische Heer, welches auchnoch Kronenburg belagern mußte, bei weitem nicht stark genug.König Friedrich und die Bürgerschaft von Kopenhagen waren ganzeinig, und die geworbenen Truppen der Dänen wurden von ge-schickten, dem Könige treuen Officieren eingeübt; dagegen bewiesder Avel schon damals so viel Übeln Willen, daß König Karl beider ganz unerwarteten Erneuerung des Krieges mit einigem Scheinevon Wahrheit vorgeben konnte, er sei im Begriffe, dem Könige vonDänemark gegen seinen Reichsrath und den Adel beizustehen. Derholländische Gesandte van Beuningen durchschaute den König vonSchweden ebenso, wie er nachher Ludwig XlV. durchschaute undmitten im Laufe seiner Siege aufhielt. Karl suchte deshalb die Un-terhandlungen mit Holland in die Länge zu ziehen, damit KönigFriedrich seine Residenz nicht verlasse und ihm entgehe. Auch gelanges ihm wirklich, die Flucht Fricdrich's aus Kopenhagen zu verhin-dern; gerade dadurch aber wurde Dänemark gerettet. Außerdemwurden die Schweden durch die Belagerung von Kronenburg, dassich drei Wochen lang tapfer vertheidigte, eine Zeitlang an der Ver-einigung aller ihrer Kräfte vor Kopenhagen gehindert. Wrangel hattediese Belagerung am 16. August begonnen; erst am 8. Septemberaber eroberte er Kronenburg.

Kopenhagen vertheidigte sich ganz unerwartet hartnäckig gegendie Schweden. König Friedrich, sein Sohn Christian V. und diewackere Bürgerschaft waren dabei Tag und Nacht im Kampfethätig. Der dänische König war jedoch ganz von Geld entblößt,die Holländer zögerten mit der Absendung einer Flotte, und die däni-sche Regierung war nicht im Stande, aus der enge eingeschlossenenStadt Bevollmächtigte an die Generalstaaten zu schicken. Es wardaher ein Glück, daß ein dänischer Patriot sich ohne eigentliche Voll-macht der Sache seines Königs annahm, und daß er bei den Hol-ländern Vertrauen fand. Dieser Patriot war des Königs Friedrichgeheimer Secretair Christoph Gabel. Er befand sich, als dieSchweden Kopenhagen eingeschlossen hielten, zufällig in Hamburg,und eilte, ohne Vollmacht zu haben, nach Holland, wo er, auf van