Band 
[Fünfzehnter Band.]
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18Ü Geschichte der »eueren Zeit.

die geübten holländischen Seeleute, welche es bedienten, in die Stadt,und dadurch gelang es, Karl's Sturm abzuschlagen. Die Schwedenerlitten bei dieser Gelegenheit einen großen Verlust; denn eine be-deutende Zahl ihrer Veteranen und ihrer tüchtigsten Officiere wur-den getödtet oder gefangen genommen. Wenn die Holländer alskluge Kaufleute nicht auf sehr zweideutige und diplomatische Weisedie Schweden geschont hätten, so wäre es leicht gewesen, mit Hülfeder brandenburgischen und kaiserlichen Truppen den Krieg auf dieInseln zu versetzen; sie wollten jedoch die Dänen und Schwedenim Gleichgewichte und von Holland abhängig erhalten. Als daherdas Bundesheer Ende Juni 1659 auf Fühnen landen wollte, mis-glückte der Versuch durch die Schuld der Holländer, und die Schwe-den faßten neuen Muth.

Seit dem mislungenen Sturm auf Kopenhagen und seit demEintritte der milderen Jahreszeit hatten die Dänen, welche jetzt vonden Holländern offen unterstützt wurden, viele Vortheile theils inNorwegen, theils zur See erfochten. Es schien daher, als wenndie Holländer mit ihrer Hülfe die Herrschaft der Ostsee erlangenkönnten. Dies weckte jedoch die Eifersucht der Männer, welchedamals England und Frankreich beherrschten. Diese beiden Staatenkamen daher insgeheim miteinander überein, den Frieden im Nor-den dadurch wiederherzustellen, daß sie die kriegführenden Mächtezwängen, einen von Frankreich, England und Holland vermitteltenoder vielmehr vorgeschriebenen Frieden anzunehmen. Die drei ge-nannten Mächte vereinigten sich im April 1659 zu einer solchenFriedensstiftung durch das sogenannte erste Haager Concert, inwelchem festgesetzt war, daß ein neuer Frieden zwischen Schweden undDänemark auf der Grundlage des Roeskilder Friedens geschlossen wer-den solle. Diesen Vertrag wollte keiner der Kriegführenden annehmen;Beide sträubten sich, gerade in dem Augenblicke, welchen jeder vonihnen als einen für sich günstigen ansah, durch Unterhandlungen Vor-theile aufzugeben, die sie mit den Waffen erringen zu können glaubten.Besonders war König Karl, obgleich er sich vermittelst dieses Aus-weges auf eine ehrenvolle Weise aus gefährlichen Händeln hätteziehen können, sehr unwillig darüber, daß man sich in feine Ange-legenheiten mische. Der Plan der drei Mächte blieb übrigens auchaus einem anderen Grunde unausgeführt. Die Holländer trauten