England. Cromwell's Protectorat. 247
nämlich, daß es nichts von dem Beschlossenen für verbindlich haltenwerde, wenn nicht Alles zusammen angenommen werde.
Die Debatten über das Regierungs-Jnstrnment und die Streitig-keiten des Protektors mit dem Parlament nahmen so viele Zeit hin-weg, daß manche dringende Geschäfte unerledigt blieben. Der Bruchzwischen dem Parlament und dem Protektor trat immer deutlicherhervor. Cromwell war schon längst ganz unzufrieden mit dem Par-lament. Er ward es noch mehr, als dieses den von Lambert gestell-ten Antrag, das Protectorat erblich zu machen, mit zweihundertStimmen gegen sechszig ablehnte; er wollte aber gern Aufsehenvermeiden und sein eigenes Gesetz, daß das Parlament, erst nachdemes fünf Monate versammelt gewesen sei, aufgelöst werden dürfe,nicht verletzen. Gleichwohl fürchtete er zuletzt, das Parlament möchteeinen entschiedenen Schritt gegen ihn thun. Am Ende des Jahres1654 und im Januar 1655 wurden die Schritte des Parlamentsvon Tag zu Tag bedenklicher, und Whitelok beweist durch genaueAnführung dessen, was vom 7. bis zum 17. Januar im Parlamentverhandelt wurde, daß ein neuer Bruch unvermeidlich gewordenwar. Da nur noch wenige Tage an den für das Parlament be-stimmten fünf Monaten fehlten, so drangen die Nathgeber des Pro-tektors in ihn, diesen Termin abzuwarten; Cromwell war aber durchdie vielen Spione und Horcher, die er unterhielt, besser unterrichtet,als seine Freunde, und löste das Parlament am 22. Januar, achtTage vor Ablauf der fünf Monate, auf.
Cromwell war von dieser Zeit an im Inneren, wo alle altenOrdnungen noch bestanden und innig mit dem Königthum verknüpftwaren, ganz ohnmächtig, wenn er nicht offenbare Gewalt anwendenwollte; nach Außen dagegen war er wegen der kräftigen Männer,welche durch die Revolution in die höheren Stellen gekommen waren,wegen seiner eigenen ganz bürgerlichen Einfachheit des Lebens und we-gen seiner strengen moralischen (nicht geheuchelten) Grundsätze überallgeehrt und geachtet. Was wir jetzt kurz aufzählen werden, ist freilichnicht ihm allein zuzuschreiben, sondern auch seinen lange erprobten,nur nach Verdienst gewählten Rathgebern; er war es aber doch allein,der diese Rathgeber gewählt und dabei, was sich von Bonaparte nichtrühmen läßt, alle üppigen Müßiggänger und Schwätzer der Höfe undalle Verfechter der aristokratischen Vorurtheile fern gehalten hatte.