Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

noch das Zureden des Ausschusses und der Deputation ihn überzeugthätten, daß er den Königstitel annehmen dürfe. „Darum", setzte er nacheiner frommen Wendung über Glauben und Sünde hinzu, „kann ichdie Regierung unter dem Titel König nicht übernehmen, und dies istmein Bescheid in dieser großen und wichtigen Angelegenheit." Er er-hielt indessen dafür vom Parlament alles Andere, was er wünschen konnte.

Die neue Verfassung, welche Cromwell hatte verfertigen unddurch Pack einreichen lassen, wurde im Mai 1657 mit ganz unbe-deutenden Änderungen angenommen. Nach ihr sollte dem Protectorwie einem Könige förmlich gehuldigt werden. Er sollte ferner sei-nen Nachfolger im Protectorat selbst ernennen. Es ward ihm außer-dem für Flotte und Heer, für seinen Haushalt, für seine Hof- undStaatsdiener eine ansehnliche jährliche Summe angewiesen. Manertheilte ihm endlich noch das Recht, die Mitglieder des neben demHause der Gemeinen bestehenden anderen Hauses auf Lebens-zeit zu ernennen. Dies sollte während der Vertagung des Parlamentsgeschehen, und nachher sollte die Liste der vom Protector Ernanntenzuerst im Hause der Gemeinen und dann auch in dem anderen Hausegeprüft werden. Mit den angegebenen Vortheilen, die man dem Protec-tor gewährte, waren jedoch auch zwei wichtige Beschränkungen verbun-den, welche zugleich eine öffentliche Misbilligung seiner früheren Schritteenthielten. Es ward ihm nämlich erstens untersagt, fernerhin irgendjemand vom Parlament auszuschließen und eine Wache am Parla-ments-Gebäude aufzustellen, und zweitens sollte er zwischen den Sitzungs-zeiten des Parlaments nicht mehr eigenmächtig Gesetze geben dürfen.

Nachdem diese neue Verfassung beschlossen worden war, erfolgteam 26. Juni eine Ceremonie, durch welche einem Volke, das der-gleichen Dinge nicht entbehren kann, die Freude das Gaffens beieiner Krönung ersetzt werden sollte. In Westminsterhall ward einGerüst und ein prächtiger Thronsessel aufgestellt. Auf jenes Gerüststellte sich der Protector, und hierauf ward er von dem Sprecher undseinen Beigeordneten zuerst mit einem Purpurmantel bekleidet, wel-cher mit Hermelin eingefaßt war. Dann überreichte derselbe Sprecherihm eine mit goldenen Buckeln reich verzierte Bibel, umgürtete ihnmit einem Schwerte, gab ihm ein goldenes Scepter in die Hand,und nahm ihm den Eid ab. Der übrigen Possen und der Rednerei,welche diese Ceremonie begleiteten, erwähnen wir nicht, weil hin-