Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

theidiger gefunden; wir trauen aber diesen Holländern ebenso wenig,als den ihnen ähnlichen Deutschen. Das über den alten, verdientenStaatsmann gesprochene Urtheil lautete: „Oldcbarneveld habe denTod verdient, weil er die enge Verbindung der einzelnen Provinzenaufzulösen gesucht habe, und weil er (was ganz die Heuchler bezeichnet,die jetzt auch unter uns das große Wort führen) Gottes Kirche sehrbetrübt habe. Dies sei dadurch geschehen, daß er behauptet habe,jede Provinz habe das Recht, über ihre religiöse Verfassung zu ver-fügen. Er habe außerdem die Ausübung der wahren Religion ge-hindert, eigenmächtig Kriegsvolk angeworben, die Ausführung derUrtheile der Gerichtshöfe gehindert und von fremden Mächten Ge-schenke angenommen." Prinz Moritz, welcher das Begnadigungsrechthatte, bestand darauf, daß der große und cdele Mann ihn um Gnadebitten müsse; Oldebarneveld und sogar seine Gemahlin verweigertendies aber standhaft. Vergebens hatte Wilhelm's I. Wittwe dringendeFürbitten für Oldebarneveld eingelegt; man achtete nicht einmal aufdie Vorwürfe und Drohungen des französischen Hofes, dessen An-hänger man absichtlich verderben wollte. So wurde denn im Mai1619 der Stifter der zur Großmacht gewordenen niederländischenRepublik hingerichtet. Dies geschah mit großem militärischem Ge-pränge. Dem um das Schafott versammelten Volke rief Oldebar-neveld zu: „Ihr Männer, glaubt nicht, daß ich ein Verräther sei;ich habe aufrichtig und fromm als guter Patriot gehandelt, und sowill ich auch sterben." Hoogerbeets und Hugo Grotiuswurden zu ewigem Gefängnisse verurtheilt und auf die Festung Loe-vestein gebracht, nach welcher später die Gegen-Partei der oranischGesinnten genannt wurde. Auch des Hugo Grotius Gemahlin,Maria van Reigersberg, lehnte mit dem festen Ton der Überzeu-gung von ihres Gatten völliger Unschuld jede Zumuthung ab, denPrinzen um seine Freilassung zu bitten. Sie ward nachher dadurchweltberühmt, daß es ihr gelang, ihren Gemahl in einer Bücherkisteaus dem Gefängnisse zu befreien. Hugo Grotius fand günstigeAufnahme in Schweden, und spielte als schwedischer Gesandter inParis eine bedeutende Rolle.

Während des über die drei Häupter der aristokratischen Parteiverhängten Processes war auch die Dordrechter Synode gehaltenworden. Sehr gern hätte man diesem im November 1618 eröffneten