Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Holland zur Zeit Wilhelm's II.

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Er hätte nicht, wie er that, die einzelnen Städte drohend besuchen,sondern die Staaten von Holland versammeln und diesen als ihrStatthalter freundlich zureden lassen sollen. Er hätte namentlichnicht auf jener Reise einen Mann zu seinem Sprecher wählen sollen,welcher mit dem byzantinischen Nechtsbuche besser bekannt war, als mitden Grundsätzen der freien Römer. Wilhelm und seine Begleiter hoff-ten den einzelnen Stadt-Magistraten zu imponiren, welche die De-putirten in den Ständen zu ernennen hatten. Zu diesem Endewählten die Generalstaaten Deputirte aus den vier Provinzen, welchefür die erwähnte Maßregel gestimmt hatten (Geldern, Seeland,Utrecht und Groningen), gesellten ihnen zwei Mitglieder des Staats-rathes sowie den General-Schatzmeister zu, und billigten, daß derPrinz-Statthalter an der Spitze derselben in die einzelnen Städtereise. Wilhelm begab sich zuerst nach Dordrecht, wo die Deputationsehr schlecht empfangen wurde, weil der Wortführer derselben eineausweichende Antwort des Magistrats mit Drohworten beantwortete.Man brachte es durch ein solches Auftreten dahin, daß die Städtejede weitere Conferenz mit dem Prinzen von Oranien und mit denDeputirten der Generalstaaten ablehnten. Nur in wenigen Städten,z. B. in Rotterdam, ward die Deputation besser empfangen; da-gegen verschlossen aber die Magistrate einiger Städte, unter welchensogar sehr kleine waren, der Deputation geradezu ihre Thore. Zuden Letzteren gehörte auch Amsterdam. Diese Stadt, welche für diesieben Provinzen dieselbe Bedeutung hatte, wie London für England,schickte dem Prinzen seine Bürgermeister nebst den Präsidenten desSchöffenrathes und dem Stadtschreiber entgegen, und ließ ihm sagen,wenn er als Statthalter der Provinz Holland in ihre Stadt komme,so würden ihm alle seiner Geburt angemessenen Ehren erwiesenwerden; als Deputirten der Generalstaaten aber könne man ihnnicht empfangen, weil zu befürchten wäre, daß der ihm zugethanePöbel Unfug übe. Der Deputirte, welcher das Wort geführt hatte,stattete nachher den Generalstaaten den Bericht ab, daß der Prinzund seine Begleitung überall schlecht empfangen worden seien. DreiTage später hielt der Prinz selbst in der Versammlung der Staa-ten von Holland eine sehr heftige Rede gegen den Magistrat vonAmsterdam. Diese ließ er dann auch drucken und vertheilen, umden großen Haufen gegen die Aristokratie der Städte aufzuregen.

Schloffer'sWeltgesch.f.d, d.V.xv. 19