Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Holland zur Zeit Wilhelm's II- 291

dischen Provinz gehörten. Es befand sich unter ihnen Jakobde Witt, gewesener Bürgermeister von Dordrecht und Vater desnachher als Groß-Pensionarius durch sein Leben und durch die Artseines Todes unsterblich gewordenen Johann de Witt, sowie derBürgermeister und der Pensionarius von Haarlem, der Bürger-meister von Delft, der Pensionarius von Hoorn und der Stadtschreibervon Medemblick. Auch der Bürgermeister Bikker von Amsterdam,Besitzer der Herrschaft Swieten, würde festgenommen worden sein,wenn er nicht einen warnenden Wink erhalten hätte. Die Verhaf-teten wurden nachher unter starker Bedeckung auf die Burg Loeve-stein gebracht, welche ein Familien-Eigenthum des Prinzen war.Durch den Pensionarius von Holland (Cats) ließ Wilhelm denStaaten ankündigen, er habe diejenigen Mitglieder ihrer Versamm-lung, welche auf die Störung der Einheit der Republik bedacht ge-wesen wären und dieselbe schon seit langer Zeit betrieben hätten,verhaften lassen und zugleich den Statthalter von Friesland beauf-tragt, mit einer Abtheilung des Heeres die Stadt Amsterdam zu be-setzen. Alles dies erregte sogar bei den Generalstaaten, welche dasoben erwähnte Decret zu Gunsten des Prinzen erlassen hatten, gro-ßen Schrecken; denn sie hatten nicht geglaubt, daß derselbe so weitgehen würde, die angesehensten Holländer zu verhaften und Amster-dam zu belagern. Die ganze Absicht des Prinzen ward jedoch ver-eitelt, weil dasjenige, was er den Staaten von Holland und denGeneralstaaten bereits als eine Thatsache verkündigen ließ, die Be-setzung der Stadt Amsterdam, durch einen Zufall verhindert wor-den war.

Die von Wilhelm beabsichtigte Überrumpelung von Amsterdamhatte Nachts Statt finden sollen, und zwar so, daß das Fußvolk vonder einen, die Reiterei von der anderen Seite her Plötzlich vor denThoren erscheine, und der Major Gentillot, der sich am Abend vor-her mit fünfzig Mann in die Stadt geschlichen hatte, die Wachenniederhaue und den heranziehenden Truppen die Thore öffne. Dieglückliche Ausführung dieses Vorhabens hing natürlich ganz und garvon der Geheimhaltung desselben ab; einige zufälliges Umständebewirkten aber, daß man in Amsterdam von dem Anmarsch derTruppen Nachricht erhielt, noch ehe diese sich den Thoren genäherthatten. Zuerst verfehlte Graf Dohna, welcher an der Spitze des