zyj Geschichte der neueren Zeit.
einer vornehmen, reichen und galanten Dame, gestiftet worden war,ist ebenso abenteuerlich, als für den Zustand Catalonien's und Spa-nien's überhaupt charakteristisch; wir übergehen dieselbe jedoch. Siegehört zu den merkwürdigsten des an Verräthereien und Verschwö-rungen so reichen klassischen Jahrhunderts der italiänischen und spa-nischen Politik. Sie endigte, wie Unternehmungen dieser Art ge-meiniglich zu endigen Pflegen; denn sie ward zu rechter Zeit ent-deckt, und die Urheber und Theilnehmer wurden hart bestraft. ImJahre 1646 ward der spanische General Marquis Leganez, wel-cher dem Grafen Harcourt im Felde nicht gewachsen war, ebensoauf Befehl seines Ministers verhaftet, wie ein Jahr früher aufMazarin'ö Befehl der französische Marschall de la Mothe Houdan-court, welcher seine Pflicht nicht gethan haben sollte. Leganez er-hielt jedoch bald Gelegenheit, seine Feinde und Neider zu beschämen.Als nämlich Harcourt Lerida zu erobern suchte, hinderte Leganez,den man wieder in Freiheit gesetzt und zum Entsatze geschickt hatte,nicht allein den Fortgang der Belagerung, sondern er brachte auchseinem als tüchtigen General bekannten Gegner zweimal eine Nieder-lage bei. Im November mußte Harcourt die fruchtlose Belage-rung aufheben.
In den Niederlanden würden die Franzosen noch weit größereVortheile erlangt haben, als sie erhielten, wenn nicht Anna vonÖstreich und Mazarin, um den Herzog von Orleans, dem sie durchden Titel Generalstatthalter des Reiches einen Antheil an der Re-gierung gegeben hatten, von Paris fern zu halten, diesem den Ober-befehl über die dortigen Truppen hätten übertragen müssen. Auchder Herzog von Orleans hatte jedoch in den Jahren 1645 und 1646stets tüchtige Unterbefehlshaber, und ward von Zeit zu Zeit auch nochdurch den Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien unterstützt. Ereroberte einige kleinere befestigte Städte. Im Jahre 1646 standihm auch der Herzog von Enghien zur Seite. Dieser erhieltim Herbste, als der Herzog nach Paris gereist war, das Ober-Commando, und eroberte zum Staunen der Welt den wichtigenHandelsort und Seehafen Dünkirchen in dem kurzen Zeitraum vonfünf Wochen. Er wurde dabei durch eine holländische Flotte unter-stützt, welche die Stadt von der Seeseite her einschloß. Nach derEroberung von Dünkirchen berief König Philipp IV., in dessen