Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Frankreich. Mazarin und seine Gegner.

Parlament und Junkerschaft gegen die Regierung auf. Dies warI doppelt auffallend, weil seine wegen ihrer außerordentlichen Schönheit! berühmte Gemahlin, eine Tochter des Hingerichteten Marschalls vonMontmorency, von der Königin Anna sehr begünstigt wurde. Durchsie wurde Conds auch lange abgehalten, sich der geheimen Ver-schwörung gegen Mazarin oder der Fronde anzuschließen; doch ge-lang ihr dies nicht durchaus.

Die ganze Familie des Prinzen von Conds war unablässig be-müht, sich Vortheile vom Staate zu verschaffen und der RegierungHindernisse zu bereiten, damit Mazarin genöthigt werde, ihre Hab-sucht auf irgend eine Weise zu befriedigen. Wir haben übrigensin unseren Tagen gesehen, daß die doctrinären Mitglieder derfranzösischen Deputirten-Kammer unter Louis Philipp sich ganz^ ebenso, wie die Prinzen, der hohe Adel und die Parlamente des

! siebenzehnten Jahrhunderts, durch die Regierung auf Unkosten des

i Volkes abfinden ließen. Condö's ältester Sohn, der Herzog von

i Enghien, war gleich dem Marschall Soult auf der einen Seite

durch niedrige Gesinnung, Habsucht, Treulosigkeit und Unzuver-lässigkeit verächtlich, und bewies sich auf der anderen von Jugend, auf als den größten Feldherrn seiner Zeit. Der Bruder dieses

! unter dem Namen des großen Conds als Kriegsheld unsterblich

! gewordenen Prinzen, Armand, Prinz von Contp, war trotz

seines verwachsenen Körpers von früher Jugend an in alle Ränke,Kabalen und Unruhen dieser für die romantische Geschichte sowichtigen Zeit eingeweiht. Die Schwester Anna, welche gegenihren Willen mit Herzog Heinrich II. von Longuevillevermählt worden war, hat in unseren Tagen an dem Philosopheni Cousin einen Lobredner gefunden, auf den wir verweisen müssen,

' weil nur ein französischer Rhetor und Dvctrinär Kunst undDreistigkeit genug hat, um den Ton, die Literatur, den Geschmackder vornehmen Welt unseres oder des siebenzehnten Jahrhundertsals Ideal und Muster ächter geselliger Bildung zu preisen. Übrigenswurden sowohl der Prinz von Conds als der Herzog von Orleansstets von ihren Vertrauten dem Kardinal verrathen, und ihrComplot war Kinderspiel. Der Prinz von Conds ward von seinereigenen Gemahlin, der schwache Bruder Ludwig's XIII. von denJntriguanten, denen er seine Geheimnisse anvertraute, verkauft.