Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

schüsse geben ließ, wofür er ihnen dann Wucherzinsen zugestand.Er ging sogar noch weiter. Er erließ den Unterpächtern ein vollesDrittel der einzuzahlenden Gelder, wenn sie die beiden anderenDrittel sogleich bezahlten. Von den Renten, welche die StadtParis zu zahlen hatte, ward zuerst ein Viertel und dann nochzwei andere ganz eingezogen. Die meisten Jahrgelder wurden nichtausgezahlt und die Garde des Königs (1^ mgison du roi) ohneSold gelassen. Als Emery, ungeachtet aller dieser harten Maß-regeln, zuletzt seine Hülfsquellen doch erschöpft sah, hatte er dieUnverschämtheit, für elfmalhunderttausend Livres neue Leibrenten zuschaffen, deren Ankauf er von den Unterthanen erzwingen wollte.Ein anderes Mittel, für den Augenblick Geld zu schaffen, war dieSchöpfung vieler ganz unnützen Titel und Stellen, die man an dieMeistbietenden verkaufte. Es wurden königliche Räthe ohne Amtund Geschäft, Controleurs vvm Brennholz, königliche Ausrufer fürden Weinkauf, königliche Geschworene für den Heuverkauf und der-gleichen mehr geschaffen. Das Leben, welches dabei am Hofe undin der Stadt geführt wurde, hat der lüderliche Abbe St. Evremont,der Dr. Veron jener Zeit, vortrefflich geschildert*).

Das Volk wurde freilich durch Soldaten leicht in Ordnung ge-halten; das Parlament war aber ein weit gefährlicherer Feind derRegierung. Wir glauben zwar nicht, daß der Finanz-MinisterEmery sich über Ehrlichkeit und Worthalten so unvorsichtig aus-gesprochen habe, als der Coadjutor Gondi in seinen Denkwür-digkeiten behauptet; doch sind die Worte, welche dieser ihm in denMund legt, des schamlosen Finanz-Mannes ganz würdig, da der-selbe gleich den vornehmen Leuten das Volk und dessen Meinungtief verachtete. Gondi behauptet aus Emery's eigenem Munde die

*) d'si vu lo toms ätz la bonuo regoneo,lems, oü rognoit uns keurouso sbonäLnee,lems, oü ls villo aussl dien c>»o ls, eourNs i-espirolent <juo los joux et I'amour.lloo Politikus irululzontol>o votie iiLturo iaänlgentokavorisoit tous los desirs.laut goüt psroissoit legitime.

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