Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der »eueren Zeit.

um die Straßen durch Ketten und Fässer zu verbarrikadiren, undganz Paris war im Begriffe, den königlichen Hof im Palais Royalzu belagern. Die Gefangenen wurden also wieder in Freiheitgesetzt. Ihre Ankunft in Paris führte Alles in den gewohntenGang zurück. Die Bürger wandten sich wieder ihren friedlichenGeschäften zu, und das Parlament ließ die Rüstungen einstellen.Die Ruhe war jedoch nur eine scheinbare; denn Mazarin und dieKönigin standen dem Parlament nach wie vor feindlich gegenüber.

Am 20. September kehrte Conde, vorn Hofe gerufen, nachParis zurück. Er war über die Anmaßungen des Parlaments undüber den Trotz der von ihm wie von allen Prinzen tief verachtetenPariser Bürgerschaft erbittert, und glaubte seine Rechnung vorerstbesser bei Mazarin und der Königin, als bei dem Parlament undden Bürgern zu finden. Er sprach sich daher gegen den Coadjutor,der ihn für das Parlament zu gewinnen suchte, sehr verächtlichüber die Pariser aus, und bot der Königin und dem Kardinal seineDienste an. Dagegen ließ sich später Conde's Bruder, der Prinzvon Conty, durch den Coadjutor gewinnen; dieser Prinz konntejedoch der Sache des Parlaments eher schaden als nützen. AufCondö's Rath wurden die Truppen, die man zusammenzog, nichtin die Stadt selbst, in welcher sie jeden Augenblick eingeschlossenwerden konnten, geschickt, sondern in der Umgegend vertheilt, umdem vom Parlament geworbenen Heere und den Bürgern vonParis die Zufuhr abzuschneiden. Ehe dies ausgeführt wurde,machte man noch einmal einen Versuch, das Parlament durch dasAnsehen des Königs, des Herzogs von Orleans und des Prinzenvon Condö zum Gehorsam zu bringen. Orleans und Condö be-gaben sich, von mehreren Pairs begleitet, am 16. December in dasParlament. Hier verdarb aber Condä durch seine militärisch des-potischen Manieren Alles. Er sprach verächtlich davon, daß sichdas Parlament in Staatssachen mischen wolle, da es doch nur zurEntscheidung der Processe zwischen Privatleuten berufen sei. Alsseine soldatischen Worte von dem jüngeren Theile der Räthe mitHohn und Zischen beantwortet wurden, fühlte sein prinzlicher Stolzsich so sehr beleidigt, daß er sogleich der Königin anbot, mit denTruppen über die Stadt herzufallen. Mazarin traute ihm jedochgerade jetzt, wo Condtz es mit dem Parlament und den Bürgern