Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Frieden von Nymwegen. 489

den's gemachten Eroberungen verweigerten, das Versprechen geben,nicht zu erlauben, daß die Truppen beider Staaten irgendwo imReiche Quartiere bezögen, während den Franzosen vergönnt ward,Hny, Verviers, Aachen, Düren, Limnich, Nuys und Zons so langebesetzt zu behalten, bis Schweden alles Verlorene wieder erhaltenhabe. Dem Herzog Karl IV. von Lothringen wurde der Besitzseines Landes nur unter Bedingungen zugestanden, welche so de-müthigend waren, daß er sie ausschlug und lieber seines Landesberaubt blieb. Erst durch den Frieden von Ryswick ward Lothrin-gen wieder seinem rechtmäßigen Herrn zurückgegeben; dieser war,da Karl damals nicht mehr lebte, sein Sohn Leopold. Die er-wähnten Bedingungen bestanden darin, daß Karl den Franzosennicht blos vier Militär-Straßen durch sein Land in die FrancheComte und ins Elsaß gestatten müsse, sondern daß auch gleich-laufend mit denselben ein Strich Landes in der Breite einer halbenMeile seiner Herrschaft entzogen und an Frankreich abgetreten wer-den solle, sowie daß er seine Hauptstadt Nancy gegen Toul aus-tauschen müsse. Während die mächtigeren Verbündeten des Kaisersam härtesten büßen mußten, kamen dagegen die schwächeren besserdavon, weil sie sich am frühesten in ihr Schicksal ergaben. Wirmeinen unter diesen besonders den Nachfolger des im Herbst 1678gestorbenen streitbaren Bischofs Bernhard von Münster und dieHerzöge von Braunschweig-Lüneburg, von welchen der eine, derkatholisch gewordene Johann Friedrich, ganz Franzose warund sich auch im Kriege als französischer Verbündeter verdient ge-macht hatte (s. S. 448 u. 473). Der Bischof von Münster, welcher am29. März einen besonderen Frieden mit Frankreich und Schwedenschloß, mußte zwar den Schweden die Orte, deren er sich bemäch-tigt hatte, zurückgeben; er erhielt aber dafür von ihnen hundert-tausend Thaler als Ersatz der auf Befestigungen verwendeten Kosten,sowie eine ebenso große Summe von König Ludwig. Die Herzögevou Braunschweig-Lüneburg schlössen an demselben Tage, an wel-chem der Nymwegener Vertrag unterzeichnet wurde (5. Februar1679) zu Celle einen Frieden mit Frankreich und Schweden. Lud-wig bestand in demselben nicht strenge darauf, daß die Herzöge un-bedingt Alles, was sie besetzt hatten, den Schweden zurückgebensollten. Dies geschah, wie wir vermuthen, den beiden Herzögen