Band 
[Fünfzehnter Band.]
Seite
549
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Ungarn und die Türkei zu Ferdin'aud's III.'Zcit. ZD

5. Türkische und ungarische Händel bis zum Waffen-stillstände von.Va'svar (1664).

Die türkische Geschichte ist bereits bis zum Ende von Selim's II.Regierung im Zusammenhange erzählt worden (s. Th. IX., S. 8—124, Th. XI., S. 115 ff., Th. XII., S. 80-125 und Th. XIII.,S. 70—84). Auch haben wir schon angegeben, wie durch die Tür-ken der größte Theil von Ungarn erobert und zugleich Siebenbürgender Herrschaft des Kaisers nach und nach entrissen und türkischenVasallen unterworfen ward (s. Th. XIII., S. 334—343 und Th. XIV.,S. 72 und.99>. Beim Beginne des dreißigjährigen Krieges herrschteim letzteren Lande Bethlen Gabor als Vasall des türkischerESultans(s. Th. XIV., S. 99, 120—124 und 187-191). Nach seinem Tode(1629) stritten sein Bruder Stephan und seine Wittwe längere Zeitum den Besitz des Fürftenthums, bis Beide dasselbe endlich dem von denSiebenbürgern erwählten Georg Nagoczy I. überließen. Dieserwurde 1631 von den Türken als ihr Vasall förmlich mit der Fürsten-würde belehnt. Er ließ sich^ später, als Torstenson bis nach Mährenvordrang, mit diesem in Verbindung ein, um auch die Herrschaftvon Ungarn zu erlangen (s. Th. XIV., S. 437—449). Da er diesohne Erlaubniß der Türken, über welche damals der ganz unfähige,wollüstige und grausame Ibrahim herrschte, nicht thun konnte, soverständigte er sich mit dem Groß-Vezier desselben dahin, daß ereinen neuen Tribut von fünfundzwanzigtausend Thalern und, jenachdem er entweder ganz Ober-Ungarn oder blos sieben Gespan-schaften im Frieden behalten werde, vierzig- oder zwanzigtausendThaler jährlich bezahlen wolle. Der Kaiser, Ferdinand III., war imKriege nicht glücklich. Er mußte, um 1645 eine Verlängerung desWaffenstillstands von dem Sultan zu erhalten, ihm durch seinenGesandten so lange schmeicheln lassen, bis Ibrahim seinem VasallenNagoczy gebot, ihn in Ruhe zu lassen. Wir wollen die von demGeschichtschreiber der Türken mitgetheilten Worte, durch welche diesgeschah, anführen, um das Verhältniß der türkischen Diplomatie zurkaiserlichen zu bezeichnen. „Schreibe Deinem Herrn, fuhr Ibra-him den Gesandten Ragoczy's an, daß er sich nicht auf meinenKrieg mit Venedig verlasse; denn ich werde ihm doch über denHals kommen und einen anderen Fürsten in Siebenbürgen einsetzen.