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[Fünfzehnter Band.]
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Ungarn und die Türkei zu Mohammed Köprili's Zeit. 855

großen Zug gegen Siebenbürgen und Ungarn rüsteten, sich be-schwerten, daß Zriny's Unternehmen den bestehenden Frieden störe.Des Kaisers Rathgeber schickten hierauf an Zrinv sogleich denBefehl, die Belagerung aufzuheben. Zriny gehorchte, äußerte aberseinen Verdruß auf eine heftige und auffallende Weise, und legtean der Mur eine Stunde von Kanischa ein neues Bollwerk gegendie Türken an, das er nach seinem Namen Serinwar nannte.Darüber beschwerten sich dann die Türken noch weit. mehr, alsüber Zriny's Zug gegen Groß-Waradein.

In Siebenbürgen hatte sich unterdessen Johann Kernen yneben Barksay und dessen Bruder als Herrscher aufgeworfen.Dieser hatte nicht blos die Türken, sondern, da er Ungar undKatholik war, auch die mehrenthcils protestantischen Siebenbürgergegen sich. Er schloß sich daher seit Januar 1661 an Leopold an,und erhielt ein kaiserliches Hülfs-Corps unter der Führung Monte-cuculi's. Dieser, dem der Hof-Kriegsrath trotz seiner Bitten dasCommando aufgezwungen hatte, beschwerte sich bitterlich über dieUngarn, und zwar, wie selbst Wagner in seiner lateinisch geschrie-benen Geschichte Leopold's eingesteht, nicht mit Unrecht; denn dieTürken besetzten Siebenbürgen, ehe er noch sein Heer beisammenhatte und dem Mangel abgeholfen war. Da Montecuculi nachseinen Jnsiruetionen die Türken nicht reizen durste, so warf erblos eine Verstärkung in die Stadt Klausenburg und überließKemeny sich selbst. Dieser suchte sich, so gut er konnte, mit denbeiden Brüdern Barksay auszusöhnen, die immer noch Anspruchauf das Fürstenthum machten, gerieth aber immer wieder in Streitmit ihnen, bis er endlich im Juni 1661 einen nach dem anderenhinrichten ließ. Kemeny verließ sich auf den Jesuiten, dessen ersich als Unterhändlers in Wien bediente; der alte Groß-Vezier waraber noch schlauer, als die Wiener Jesuiten. Er unterhielt fort-während das gute Einvernehmen mit dem Kaiser, um diesen vonKriegsrüstungen abzuhalten, und versicherte zugleich, daß er zwarKemeny nie als Fürsten von Siebenbürgen anerkennen werde, daßaber die siebenbürgischen Stände im Übrigen ganz freie Wahlhaben sollten. Als die Türken im Juli heranzogen, dachte manin Wien wirklich an Krieg, und Montecuculi wurde nachSiebenbürgen geschickt; er hatte aber Wochen lang mit dem Hof-