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Geschichte der «eueren Zeit.
Der Sieg blieb nach hartnäckigem Gefechte den Christen , Wienward entsetzt, und das Lager des Groß-Veziers fiel nebst uner-meßlicher Beute in die Gewalt der Sieger. Dreihundert Geschütze,fünfzehntausend Zelte, unter ihnen das des Groß-Veziers, mit allenFeldkassen und Kanzleien, sechshundert Beutel Piaster, das kostbareReitzeug des Groß-Veziers, seine mit Juwelen besetzte Waffen,große Waffenvorräthe und viele Fahnen, jedoch nicht, wie manglaubte, die des Propheten, wurden erbeutet. Zehntausend Türkenbedeckten das Schlachtfeld. Nach dem Siege wollten die Reichs-truppen nicht weiter bleiben, bis neue Befehle kämen. Der Kur-fürst von Sachsen, den man als Protestanten mit Kälte behandelthatte, zog sogleich ab. Dagegen halfen die Baiern und die Polenden Sieg verfolgen. Bei dieser Gelegenheit ließ sich Sobiesky durchübereilte Hitze am 7. Oktober in einen Hinterhalt locken, in welchemer bedeutenden Verlust erlitt und sein Leben in Gefahr kam. Errächte sich aber schon zwei Tage nachher durch eine Niederlage,welche er einem bei Parkany gelagerten feindlichen Corps vonzwanzigtausend Mann beibrachte. Diese wurden, weil die Brückezwischen Parkany und Gran brach, in die Donau gesprengt. DieTürken kehrten unter unglaublichen Verheerungen und Gräuelthatendurch Steiermark nach Belgrad zurück. Sultan Mohammed IV.selbst floh in größter Eile nach Adrianopel. Von dort schickte erden Befehl zur Hinrichtung des Groß-Veziers Kara Mustapha nachBelgrad, und dieser erlitt im December den Tod. Man machtedem Vezier den doppelten Vorwurf, daß er, um nicht die Beute derStadt Wien mit dem Heere theilen zu müssen, die Erlaubniß zumStürmen verweigert und nachher zugegeben habe, daß die Christenauf einer einzigen Brücke ungehindert und langsam die Do-nau überschritten und über den Kalenberg den Türken in denRücken kamen.
In der kaiserlichen Residenz ging es, nachdem Leopold im Sep-tember zurückgekehrt war, wieder gerade so, wie früher. Dagegenward die Verwirrung, welche bei der gänzlichen Unfähigkeit desausschweifenden und unmenschlich grausamen Sultans der Tod desGroß-Veziers im türkischen Reiche hervorbrachte, dem Kaiser sehrnützlich. Apaffi hatte schon längst gewünscht, sich der türkischenSklaverei zu entziehen, zumal da er mit Tököli nie in gutem