Frankreich. Die Ncunionen.
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ein Heer wurde aber nicht aufgestellt. Auch war die Republik derNiederlande, besonders Holland, ebenso ängstlich darauf bedacht,den Frieden zu erhalten, als ihr Statthalter Wilhelm den Kriegsuchte. Ludwig wurde daher auch durch jenes Schutzbündnis; sowenig eingeschüchtert, daß er sogar noch in demselben Jahre, inwelchem dasselbe geschlossen worden war, ganze Städte und Land-striche der spanischen Niederlande militärisch besetzen und die StadtLuremburg bombardiren ließ. Auf deutschem Gebiete hauste der-unleidliche Marschall Crequi gleich einem Barbaren. Er nahmTrier ein und ließ die Festungswerke dieser Stadt schleifen, damitsich niemand in derselben festsetzen könne.
Unterdessen suchten in den Niederlanden diejenigen Staaten,welche mit dem Statthalter nicht einerlei Interesse hatten, ihresHandels wegen sowohl die Deutschen als die Spanier, die sichBeide nicht selbst helfen konnten, zur Annahme schnöder Bedingun-gen zu bewegen. Sie bewogen nämlich den König Ludwig, sichmit dem Raube zu begnügen, den sie in seinen Händen lassen undden Spaniern abdrehen wollten. Dies wurde durch einen im Juni1684 geschlossenen Vertrag zwischen Holland und Frankreich festge-stellt. Die Holländer versprachen, die Spanier dahin zu bringen,daß sie die ihnen gewaltsam entrissenen Städte Luremburg, Bovinesund Beaumont, sowie das Fürstenthum Chimay für die Zeit eineszwanzigjährigen Waffenstillstandes den Franzosen überlassen woll-ten, wogegen diese sich verpflichten sollten, in den Niederlandennichts mehr gegen die Spanier zu unternehmen. Gegen anderespanische Besitzungen aber Feindseligkeiten zu üben, wurde dadurchden Franzosen nicht verwehrt. Die Spanier mußten auf dieseForderung eingehen. Der deutsche Kaiser, dem das Reich die An-gelegenheiten der durch Frankreich bedrängten Reichsglieder auszu-machen überlassen hatte, half sich auf ähnliche Weise. Doch hatteSpanien die vorgeschriebenen Bedingungen schon im Juli ange-nommen; der Reichstag zu Regensburg dagegen entschloß sich erstim August dazu. Den Deutschen ward ebenfalls, wie den Spa-niern, ein Waffenstillstand auf zwanzig Jahre gewährt, und Ludwigversprach, während dieser Zeit keine Stadt oder Landschaft mehrvom Reiche loszureißen. Dafür sollten alle bis zum 1. August1681 mit Frankreich vereinigten deutschen Gebiete, die Stadt Straß-