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Italien. Umgestaltungen durch Napoleon 1808.
Bacciocchi oder vielmehr seine Gemahlin, welcheUcinige Monatevorher bereits mit dem Fürstenthum Piombino beschenkt wordenwar, herrschte fortan in Lucca. Im folgenden Jahre wurden nochMassa und Carrara zu dem Fürstenthum Lucca hinzugefügt. Eineandere Schwester Napoleon's, Pauline, die Wittwe Leclerc's, warmit dem Fürsten Borghese vermählt worden, sie erhielt, wiewohlerst ein Jah^-später, das Fürstenthum Guastalla. Toscana wurdezwar damals noch nicht eingezogen; aber es hatte den harten Druckfranzösischer Einquartierung zu tragen, und Napoleon's SchwagerMürat schaltete dort als Herrscher, während die eigentliche Negen-tin, des jungen Königs Mutter, ohne allen Einfluß blieb. Übrigenshatte Mürat doch wenigstens militärisches Verdienst; die genanntenbeiden Schwestern Napoleon's aber wurden sogar von den Franzosenselbst in sittlicher Hinsicht nicht geachtet, wenn auch die Eine (Pauline)als sogenannte Frau von Geist und als Beschützerin der vornehmenLiteratur gepriesen ward. Zum Schlüsse bemerken wir noch, daßNapoleon zu derselben Zeit, als er überall auf den morschen Trüm-mern des Alten neue Reiche einrichtete, auch den christlichen Kalen-der wieder an die Stelle des revolutionären setzte. Vom 1. Januar1806 an wurde derselbe wieder allein in Gebrauch genommen.
13. Der dritte Coalitions-Krieg bis zur Einnahmevon Ulm.
Als Napoleon im Juli 1805 aus Italien nach Paris zurückkam,war die neue Coalition schon geschlossen. Dieser Bund bedrohteEuropa mit einer englischen Willkürherrschaft, welche an die Stelleder französischen gesetzt werden sollte. Es geht nämlich aus demoben (s. S. 78) angegebenen Theilungs-Projekt, sowie aus dem,was außerdem über die Abtretung Finnland's an die Russen, übereine Entschädigung Schweden's in Deutschland u. dgl. m. verabredetworden war, deutlich hervor, daß England, um sich zu retten, dasfeste Land ebenso den Russen und Östreichern verkaufen wollte, wieeinige Jahre früher Frankreich in seinem Interesse deutsche Länderverkauft hatte. Wie wenig überhaupt die englischen Aristokraten undPlutokraten bei ihren Planen auf das Schicksal der Völker Rücksichtnahmen, zeigte sich damals in Östreich, wo sie den unseligen Gene-ral Mack (s. Th. XVII., S. 365-367 n. 449—451) an die
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