Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich u. England. Seekämpfe t805.

gegeben hatte (s. Th. XVIl., S. 445), der aber dessenungeachtetvon ihm wieder hervorgezogen worden war. Er gebot ihm, nachBrest zu segeln, und als Villeneuve dies nicht zu thun wagte, wollteNapoleon ihm das Commando nehmen. Auf diese Nachricht gingVilleneuve, um noch vor der Ankunft seines Nachfolgers etwas zuunternehmen, zur unglücklichen Stunde in See. Er stieß beimKap Trafalgar auf Nelson, und es kam dort am 21. Oktoberzu einer Schlacht, welche zwar dem englischen Admiral das Lebenkostete, aber mit einer furchtbaren Niederlage der Franzosen endigte.Neunzehn Linienschiffe der vereinigten spanisch-französischen Flottewurden in einem fünfstündigen Kampfe, vier andere nach demselbengenommen, Villeneuve selbst gerietst in Gefangenschaft. Englanderhielt also durch die gemachte Beute und durch die Befestigungseiner Seeherrschaft reichlichen Ersatz für die Millionen, mit denenes zum dritten Male einen Krieg auf dem Continent unterhielt.Es zog auch in diesem Kriege das große Loos der Schicksals-Lotterie; den armen Deutschen dagegen fielen, wie immer, dieNieten zu. Napoleon ward nämlich dadurch, daß er sich fortanauf sein eigentliches Element, den Landkrieg, beschränken mußte, vielstärker, und konnte mit den Generalen und Ministern Östreichs,Rußlands und Preußen's weit leichter fertig werden, als mit denPitts, Cannings und Nelsons. Er schickte gleich nach der Ein-nahme von Ulm den Marschall Ney gegen den Erzherzog Johann,und eilte selbst den Russen entgegen, ohne auf den Sturm zu achten,der sich gegen ihn in Berlin erhoben hatte.

Der preußische König war, als er am 14. Oktober die Nachrichtvon der Verletzung seines fränkischen Gebietes erhielt, in grenzen-losen Zorn gerathen, und jedermann hielt sich überzeugt, daß er so-gleich mit Frankreich brechen werde. Er erklärte dem französischenKaiser in einer feindselig abgefaßten Note, daß er Maßregeln zur Sicher-heit seiner Unterthanen, also mit anderen Worten Maßregeln gegenFrankreich ergreifen müsse. Er ließ am 26. Oktober seine Truppenin Hannover einrücken. Er gestattete den Russen, gegen welche ervorher hunderttausend Mann aufgestellt hatte, den Marsch durchseine Provinz Schlesien und durch das Lauenburgische. Er er-neuerte mit Kaiser Alexander, welcher auf die Nachricht von derveränderten Stimmung Friedrich Wilhelm's selbst nach Berlin eilte,