Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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221 Geschichte der neueren Zeit.

jenen beiden Schlachten allen Völkern der Muth; sie erkannten, daßes möglich sein werde, durch Ausharren im Kampfe dem neuenweströmischen Kaiser und seinen Prätorianern, Legaten und PräfectenSchranken zu setzen. Erzherzog Karl zog sich vorn Schlachtfeldenach Znaym zurück, und Napoleon ließ, um ihm schneller folgen zukönnen, seine Verwundeten zwei heiße Tage hindurch aus demSchlachtfelde liegen. Bei Znaym trug Karl auf einen Waffenstill-stand an. Er war des Commando's überdrüssig geworden, da ermit seinen Brüdern in ewigem Streite lag, und von den am Hofeeinflußreichen Männern und Damen heftig angefeindet wurde. Auchmochte er einsehen, daß auf die Leute, die ihn umgaben, bei einemheldenmüthigen Wagestücke nicht zu rechnen sei. Für Napoleon wardies wieder eine besondere Gunst des Schicksales; denn er selbst be-durfte damals des Friedens mehr als je. Preußen erwartete nurein Signal, um sich zu erheben; in Spanien waren die französischenHeere nicht glücklich; dem Kaiser von Rußland war nicht zutrauen;der Aufstand in Tyrol ward furchtbarer und drohte sich weiter überDeutschland zu verbreiten; auch die ganze ungarische Nation schien,wenn Kaiser Franz einen heroischen Entschluß faßte, zur Ergreifungder Waffen geneigt; endlich zeigten sich, wie wir später sehen wer-den, auch in Frankreich und sogar im Napoleonischen Heere Spurender Gährung. Napoleon mußte also schnell einen Frieden zu Standezu bringen suchen. Dies erleichterten ihm die Verhältnisse am öst-reichischen Hofe bis zu dem Grade, daß er sich sogar das Ansehengeben konnte, als wenn er den Frieden aus Gnade gewähre.

Napoleon ging ungeachtet der erwähnten Umstände nicht eherauf den Antrag des Erzherzogs Karl ein, als bis Fürst Johannvon Lichten st ein in seinem Lager erschien und alles das be-willigte, was man als Unterpfand des Friedens forderte. Mitdiesem Fürsten ward am 12. Juli der Waffenstillstand vonZnaym abgeschlossen, welcher zugleich die Präliminarien des künf-tigen Friedens enthielt. Nach demselben wurden alle deutschenProvinzen Östreich's nebst einem Theile von Galizien und Mährendem einstweiligen Besitze der Franzosen überlassen, und die Tyrolerdurch die Zurückrufung der östreichischen Truppen ihrem Schicksalepreisgegeben. Die Bedingungen des Waffenstillstandes von Znaymgewährten also dem Kaiser Napoleon einen zwiefachen Vortheil