Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Spanien und Frankreich. Krieg von 1809 bis 1812. 217

Blake behauptete sich nachher noch eine Zeitlang in einem be-festigten Lager, das er bei Quarte aufschlug. Am 25. Decemberward dieses jedoch von Suchet erstürmt. Am 1. Januar 1812 be-gann Suchet die Belagerung der Stadt Valencia, in welche Blakesich nach der erlittenen Niederlage gerettet hatte, und schon am10. Januar mußte die Stadt, nachdem sie drei Tage lang ohneUnterbrechung bombardirt worden war, übergeben werden. Achtzehn-tausend Mann reguläres Fußvolk, sowie zweitausend Reiter geriethenin die Gefangenschaft der Franzosen, welche außerdem noch drei-hundertundneunzig Kanonen, vierzigtausend Flinten und achtzehutausendCcntner Pulver erbeuteten. Napoleon belohnte den siegreichen Süchet,nachdem er ihn schon im Juli 1811 zum Marschall ernannt hatte,mit dem Titel eines Herzogs von Albufera und mit dem Besitzeder gleichnamigen fürstlichen Besitzung, obgleich er diese in Bayonnedem Friedensfürsten urkundlich zugesichert hatte (s. S. 190). ZurDotation seiner catalonischen Armee wies der Kaiser Domainen vonzweihundert Millionen Franken jährlichen Ertrages an. Außerdemließ er in Valencia eine Contribution erheben, welche selbst einMann wie Süchet für unerschwinglich hielt. Dieser machte vonValencia aus einen Zug gegen Alicante, der jedoch mißglückte. Da-gegen siel am 4. Februar das gut befestigte Penniscola durch Ver-rath in seine Hände. Nachher konnte Süchet nichts weiter unter-nehmen, weil er einen großen Theil seines Heeres zu dem russischenKriege abgeben mußte.

Das Mißgeschick, welches die Franzosen von 1810 bis 1812 inSpanien erlitten, hatte seinen Grund hauptsächlich in Napoleon'sZwietracht mit seinem Bruder Joseph, sowie in dem Streite zwischendiesem und den Marschällen. Napoleon sah die Fürsten der besieg-ten Völker als bloße Statthalter an, und wollte mit den Völkernauf dieselbe Weise verfahren haben, wie die Türken mit den Griechen,die Russen mit den Polen und die Engländer mit den Jndiern ver-fahren sind. Dies ließen sich die deutschen Vasallen-Fürsten gefallen,weil ihnen Napoleon gegen das von ihnen unterdrückte Volk Schutzgewährte. Des Kaisers Brüder dagegen und sein Schwager Müratsträubten sich gegen die Rolle, die er ihnen anwies, und träumtenvon einem neuen Staats- und Völkerrechte, ja mitunter sogar vonMoral. Napoleon spottete über dergleichen Ansichten, und ließ es