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Geschichte der neuere» Zeit.
knüpft. Diese Verhandlungen kamen im Februar 1810 zum for-mellen Abschlüsse, gerade als Kaiser Alexander sich endlich ebenfallsgeneigt zeigte, in eine Vermählung Napoleon's mit einer russischenPrinzessin einzuwilligen. Am 26. Oktober kehrte Napoleon nachParis zurück. Erst am 30. November aber konnte er sich ent-schließen, seiner Gemahlin Josephine zu erklären, daß er der Politikzu gefallen sich von ihr trennen wolle. Hierauf wurde am 15. De-cember in einem Familienrathe, dem auch der Erzkanzler Camba-ce'rös beiwohnte, ein sentimental rhetorisches Protokoll des Inhaltesaufgenommen, daß Napoleon und Josephine aus Rücksichten desStaatswohles den Entschluß gefaßt hätten, ihre Ehe zu trennen,weil aus derselben keine Kinder zu hoffen seien. Am nächsten Tagewurde durch ein Senats-Decret des Kaisers Ehe für aufgelöst er-klärt. In diesem Decret war zugleich ausgesprochen, daß Josephineden Titel und Rang einer gekrönten Kaiserin nebst einem Witthumvon zwei Millionen Franken erhalten, und daß alle Verfügungen,welche der Kaiser zu ihren Gunsten getroffen habe oder noch treffenwerde, auch für seine Nachfolger bindend sein sollten. Von diesendurch den Kaiser ihr zuerkannten Vortheilen waren eine zweiteJahres-Rente von einer Million und der Besitz von Malmaison diewichtigsten. In dieses Schloß zog sich Josephine sogleich zurück.Die kirchliche Scheidung würde einige Schwierigkeiten gehabt haben,wenn nicht Kardinal Fesch bereits im Jahre 1804, als er die 1796blos bürgerlich geschlossene Ehe kirchlich gültig machte, dafür gesorgthätte, daß man später einen Verwand erhalten könne, diese Gültig-keit zu bestreiken. Der schlaue Kardinal hatte nämlich, obgleich ervon Josephine selbst auf diesen Punkt aufmerksam gemacht wordenwar, zur Trauung nicht, wie das Tridentiner Concil vorschrieb, denbetreffenden Pfarrer und zwei Zeugen zugezogen. Auf diesen Form-fehler hin erklärte das geistliche Gericht von Paris des Kaisers Ehefür eine solche, welche niemals gültig geschlossen gewesen sei.
Die Verhandlungen mit Östreich wurden in so kurzer Zeit zuEnde gebracht, daß schon am 8. Februar 1810 der Heirathsvertragin Paris unterzeichnet werden konnte. Am 4. März erschien Ber-thier, Fürst von Neufchatel und Wagram, in Wien, um das Cere-monie! einer förmlichen Brautwerbung vorzunehmen. Nachdem diesgeschehen war, wurde die Prinzessin am 11. März ihrem Oheim,