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Geschichte der ueuereu Zeit.
bedeutend vermehrt, und dies wurde als Verwand benutzt, um diedeutsche Nordsee-Küste an Frankreich zu reißen. Nach demselbenGesetze der Nothwendigkeit ward damals auch die Republik Wallis(s. S. 52) dem französischen Reiche einverleibt. Die innerenParteiungen und die Vernachlässigung der von Napoleon angelegtenSimplon-Straße mußten dabei als Scheingrund dienen.
Alles mußte sich unter den eisernen Willen des Kaisers beugen.Nur an dem nationalen Fanatismus der Spanier und an der un-sichtbaren Gewalt des Pabstes scheiterten alle Machtgebote und An-griffe des Kaisers. Pins VII. ward in Savona, wohin Napoleonihn hatte schleppen lassen (s. S. 172), als Gefangener und alsbloßer Mönch dem Kaiser weit furchtbarer, als er jemals vorhergewesen war, weil er dort keine andere als geistliche Rechte zu ver-theidigen schien. Pius verweigerte nicht nur seine Mitwirkung zurBesetzung erledigter Bisthümer, sondern er gewährte auch keine ein-zige von allen den Dispensationen, um welche er angegangen wurde;und da ihm Beides im Concordat vorbehalten worden war, sokonnte sich die Regierung ohne ihn nicht helfen. Napoleon bot zuerstAlles auf, um durch Unterhandlungen die Hartnäckigkeit des Pabsteszu brechen. Als dies jedoch ein ganzes Jahr ohne Erfolg versuchtworden war, ließ er im Februar 1810 die vier Grundsätze dergallikanischen Kirche, welche Ludwig XIV. in seinem Streite mitJnnocenz XI. als Neichsgesetz aufgestellt hatte (s. Th. XV., S. 539),aufs neue als solches verkündigen. Außerdem errichtete er eine sogenanntegeistliche Commission, welche ebenso, wie in alter Zeit die Sorbonne,dem Pabste als Autorität entgegengesetzt werden sollte. Zu Mitgliederndieser Commission, deren Vorsitzer der Kardinal Fesch war, wurdenmit Ausnahme des Abbck Emery, Superiors von St. Sulpice,lauter Geistliche von servilem, ehrgeizigem oder eitelem Sinne er-nannt. Von ihnen ließ sich Napoleon über verschiedene Fragen Gut-achten ertheilen, welche natürlich seinen Absichten gemäß ausfielen.Zugleich faßte er auf einen von Karl von Dalberg ertheilten Winkden Entschluß, sich gegen den Pabst eines Conciliums zu bedienen.Noch ehe er diesen Gedanken in Ausführung brachte, waren vonbeiden Seiten die heftigsten Maßregeln ergriffen worden. Der Pabsthatte Ende 1810, als der mit ihm entzweite Kardinal Maury vonNapoleon zum Erzbischof von Paris ernannt worden war, diesem