Frankreich und Rußland. Krieg im Herbst 1812. g05
Pferden war ein beträchtlicher Theil den Anstrengungen des Marschesund dem Mangel an Futter erlegen. Unter den Soldaten endlichhatte nicht nur das Marodiren immer mehr überhand genommen,sondern auch die Menschenverluste waren so groß gewesen, daßz. B. das vierte Armee-Corps, welches fünszigtausend Mann starkvon Glogau ausmarschirt war, bei seiner Ankunft in Moskau nurnoch zweiundzwanzigtausend Mann enthielt. Daß ungeachtet allerdieser bedenklichen Umstände ein Mann, dessen Geist tausend vonAnderen übersehene Dinge zu erkennen und zusammenzufassen ver-mochte, fünf ganze Wochen in Moskau verweilte und also die kost-barste Zeit nutzlos verbrachte, läßt sich nur aus der Täuschung er-klären, in der er sich damals befand. Er gab nämlich die Hoffnung,Frieden schließen zu können, nicht auf, und wurde durch die schlauenRussen in dieser Hoffnung bestärkt. Zweimal schickte er von Moskauaus ein Schreiben an den Kaiser Alexander; beide Male aber ließ manihn ohne Antwort, und seine Versuche, Unterhandlungen an-zuknüpfen, wurden von dem russischen Kabinet mit großer Geschick-lichkeit benutzt, um ihn hinzuhalten. Erst im Anfange des Oktobererkannte er die Nothwendigkeit, sich nach Polen zurückzuziehen. DieVorbereitungen dazu wurden vom 5. Oktober an gemacht. ZehnTage später ward der Rückzug mit der Absendung des Gepäckesbegonnen. Am 18. Oktober brach das Heer auf; am 19. verließNapoleon selbst die Stadt. Mvrtier, welcher schon vor dem Ein-züge zum Gouverneur von Moskau ernannt worden war, bliebnoch bis zum 23. zurück, um den Kreml in die Luft zu sprengen.Aus diesem hatte man eine Anzahl eroberter türkischer Fahnen, einreich geschmücktes Marien-Bild, ein goldenes Kreuz und andereDinge als Trophäen weggenommen und eingepackt, obgleich nichteinmal einzusehen war, wie man die Kanonen und das Gepäckwerde nach Hause zurückbringen können.
3. Rückzug des französischen Heeres aus Rußland.
Als das französische Heer den Rückzug antrat, hatten seine beidenFlügel bereits aus ihren Stellungen weichen müssen. Der rechteFlügel unter Schwarzenberg war, wie oben erzählt worden ist,schon in der zweiten Hälfte des September bis an den Grenzfluß
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