Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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ZZ2 Geschichte der neueren Zeit.

1813 erhielt Schwarzenberg den Befehl, nach der Grenze von Ga-lizien zu ziehen. Er übergab also Warschau durch Capitulation denRussen und marschirte nach Krakau. Die Sachsen unter Reynierließ er damals in ihre Heimath abziehen; das polnische Heer unterPoniatowsky aber nahm er mit sich. Man behauptet, alles dies seimit den Russen verabredet gewesen, und eine geheime Übereinkunft,welche der östreichische Bevollmächtigte Lebzeltern am 23. Märzmit dem Grafen Nesselrvde schloß, deutet klar darauf hin; denndiese Übereinkunft hatte offenbar den Zweck, dem russischen Heereden Einmarsch in das Herzogthum Warschau zu erleichtern, undPoniatowsky mit den Polen unthätig zu erhalten.

Unterdessen führte Metternich als Leiter des östreichischen Ka-binets eine zweideutige Unterhandlung mit Napvleon's Gesandten inWien, dem wackeren Otto (s. S. 67). Er gab sich das Ansehen,als wenn er den Frieden vermitteln wollte, und schickte unter diesemVorwande den Herrn von Lebzeltern in das russische Haupt-Quar-tier und den Herrn von Wessenberg nach London; beide Ge-sandte betrieben aber auf ihren Posten ganz andere Dinge, als dieFriedensvermittelung. Doch war Metternich immer noch mehr denFranzosen, als den Russen zugethan; denn sein politisches Systempaßte weit besser zu Napvleon's Grundsätzen, als zu denen, welcheAlexander damals proclamiren ließ, oder zu den Versprechungen,die man im Namen des Königs von Preußen der deutschen Nationmachte. Er ließ daher auch durch den nach Paris gesandten GrafenBubna anfragen, ob Napoleon einen höheren Preis für ÖstreichsFreundschaft bieten wolle, als die Missten. Doch lag der SendungBubna's zugleich hie Absicht unter, den französischen Kaiser zu täu-schen, weil man noch nicht rathsam fand, die Maske abzuwerfen.Napoleon traute einerseits dem östreichischen Kabinet nicht, und setzteandererseits in seiner Verblendung Alles auf das Spiel, anstatt,wie Talleyrand ihm rieth, Östreich durch einige Opfer zu erkaufen.Wie sehr er übrigens Recht hatte, Mistrauen gegen Östreich zuhegen, geht daraus hervor, daß man in Wien den Grafen Sta-dion, welcher Napvleon's geschworener Feind war, und 1809 aufsein Verlangen aus dem Kabinet hatte austreten müssen, damalswieder zu den Geschäften gezogen hatte. Östreich schickte im Märzden Fürsten Schwarzenberg, dessen Commando in Polen Gene-