Schweden im Anfang des Jahres 1813. IZ7
Bernadotte schickte hierauf einen Theil der Truppen nach Pom-mern, und kam Ende Mai mit dem Reste derselben selbst dahin. Erbrach auch völlig mit seinem Schwager, dem König Joseph vonSpanien, indem er die spanische Cortes-Regierung anerkannte undmit ihr in Unterhandlung trat. Mit dem Kriege war es ihm aberimmer noch nicht ernst, und erst im August erließ er endlich dieKriegserklärung gegen Frankreich.
5. Französische Vorbereitungen zum Feldzuge von 1813und erste Kämpfe in demselben.
Als Napoleon aus Rußland nach Frankreich zurückgekehrt war,machte er nicht nur die großartigsten Rüstungen für den Wieder-beginn des Krieges, sondern er bestellte auch, was bei keinem seinerfrüheren Kriege geschehen war, für die Dauer seiner Abwesenheiteinen Regentschasts-Rath, und suchte zugleich seinen Streit mit demPabste beizulegen. In Betreff der stellvertretenden Führung der Re-gierung verordnete er, daß während des Krieges die Staatsgeschäftevon seiner Gemahlin und von einem Regentschasts-Rath geleitetwerden sollten. Es schien ihm nämlich unter den damaligen Um-ständen bedenklich, sich wieder auf längere Zeit zu entfernen und denWechselfällen eines neuen Krieges auszusetzen, ohne daß eine un-mittelbare Leitung der höchsten Gewalt in Paris bestehe. Zum Theilmag ihn jedoch bei der Art, wie er die stellvertretende Regierungeinrichtete, auch die Absicht geleitet haben, dem östreichischen Kaiser zuschmeicheln, dessen er damals sehr bedurfte.
Den Streit, mit dem Pabste mußte Napoleon auf irgend eineWeise zu schlichten suchen, weil er unter den damals obwaltendenUmständen nicht wagen durste, zu gleicher Zeit mit dem Klerus seinesReiches und mit den Russen Krieg zu führen. Schon hatten einzelneGeistliche angefangen^ in Predigten und Hirtenbriefen auf den ZornGottes anzuspielen, der sich in dem Ausgange des russischen Feld-zuges zu erkennen gegeben habe. Manche von ihnen hielten Gottes-dienst in besonderen, der Staatskirche nicht angehörenden Bethäusern.Andere gingen in ihrem fanatischen Eifer sogar so weit, daß sie denPabft selbst wegen des mit Napoleon geschlossenen Concordats an-griffen. Auch wurden in theologischen Schriften und sogar in An-