Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

aus Preußen und Russen bestand und von Blücher befehligt wurde.Ein drittes Heer der Alliirten, das unter Bernadotte in der MarkBrandenburg lag, belief sich auf etwa hunderttausend Mann Schwe-den, Preußen und Russen. Zum Oberbefehlshaber hatten die Alliir-ten schon im Juli, als sie den Vertrag von Trachenberg schlössen,den Fürsten Schwarzenberg ernannt, nicht weil er der besteGeneral, sondern weil er ein gewandter Diplomat und geschmeidigerHofmann war. Es herrschte nämlich unter den alliirten Mächtenund ihren Generalen eine große Verschiedenheit der Ansichten undeine ebenso große gegenseitige Eifersucht; außerdem redeten Fried-rich Wilhelm und Alexander, die sich beim Heere befanden, un-aufhörlich in die Kriegsführung hinein, so daß der Oberbefehlshabervor allen Dingen Geschicklichkeit im Vermitteln besitzen mußte.

Der Kriegsschauplatz war bei der Wiedereröffnung des Feldzugesein dreifacher, das böhmische Gebirge, die Provinz Schlesien und dieMark Brandenburg. In die Letztere schickte Napoleon gleich an-fangs den Marschall Oudinot, dessen Armee-Corps auf achtzigtausendMann gebracht worden war. Zur Unterstützung desselben solltennicht nur Davoust und das dänische Heer in das Mecklenburgischeeinrücken, sondern es erhielten auch Girard in Magdeburg undDombrowsky in Wittenberg den Befehl, Oudinot's Heer zu ver-stärken. Oudinot hatte schon am 15. August aufbrechen sollen; erwar aber diesmal säumiger als gewöhnlich, und gewährte dadurchdem Kronprinzen von Schweden die nöthige Zeit, um ihm in derEbene von Berlin eine an Zahl weit überlegene Streitmacht ent-gegenstellen zu können. Am 23. August traf ein Theil von Oudinot'sHeere bei Grvßbeeren auf ein von Bülow befehligtes preußischesCorps, und es kam dort zum ersten Treffen des wiederbegonnenenKrieges. Die Franzosen wurden durch die Preußen, zu denen erstspät Schweden stießen, gänzlich geschlagen, und verloren sechsund-zwanzig Kanonen, sehr viel Gepäck und fünfzehnhundert Mann alsGefangene. Diese Niederlage war für Napoleon um so herber, dader Hauptruhm des Sieges gerade derjenigen Klasse des preußischenHeeres gebührte, gegen die er eine solche Verachtung hegte, daß ervorher an Oudinot die Worte hatte schreiben lassen, er solle dasLumpengesindel der preußischen Landwehr zerstreuen. Am 28. Augustüberfiel noch dazu General Hirschfeld mit derselben Landwehr den