Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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346 Geschichte der neueren Zeir.

verfuhren die östreichischen Generale mit Ausnahme des wackerenBianchi ganz nach der alten Weise; sie hielten oft Kriegsrath,marschirten aber sehr langsam, und ihr Führer Schwarzenbe.rgentschied als höflicher Diplomat so, daß er bald dem einen, balddem anderen der drei Monarchen und ihrer Rathgeber Recht gab.Die östreichischen Truppen waren noch nicht marschfertig, als dieihnen beigegebenen Russen und Preußen unter Wittgenstein undKleist am 22. August in Sachsen einbrachen. Diese nöthigten denMarschall St. Cyr, seine Stellung bei Pirna aufzugeben. Alleindie Langsamkeit der Östreicher war schuld, daß nicht unmittelbardarauf der beabsichtigte Gesammtangriff auf Dresden unternommenwerden konnte. Erst an demselben Tage, an welchem Napoleon mitseinen Truppen aus Schlesien nach Dresden zurückkam (26. August),war es möglich, diesen Angriff zu machen; und jetzt fand sich nochdazu, daß weder Faschinen, noch Leitern mitgebracht worden waren.Die Franzosen hatten aber eine solche Stellung eingenommen, daßder Angriff auf Dresden, wenn er nicht sogleich gelang, die verderb-lichsten Folgen für die Verbündeten haben mußte. Er misglückte inder That, und die Verbündeten wurden nicht allein mit bedeutendemVerluste zurückgeschlagen, sondern sie erlitten auch noch dazu am fol-genden Tage, als Napoleon sie mit seiner ganzen Macht angriff,eine empfindliche Niederlage. Sie verloren allein an Gefangenenachtzehntausend Mann. Unter der ebenfalls sehr bedeutenden Zahlvon Todten, die sie hatten, befand sich auch der französische GeneralMoreau, welchen Alexander durch Bernadotte's Vermittelung be-wogen hatte, aus Nord-Amerika zurück zu kehren, und am Kampfegegen Napoleon Theil zu nehmen.

Die Alliirten zogen sich auf verschiedenen Wegen, wiewohl inOrdnung, nach Böhmen zurück. Sie wurden auf der einen Seitevon Mürat, auf der anderen von Vandamme verfolgt, und Na-poleon war fest überzeugt, daß sie durch diese beiden Heere völligwürden eingeschlossen und abgeschnitten werden. Dies gelang jedochnicht, weil Vandamme, welcher den Feinden in der Besetzung vonTöplitz hätte zuvorkommen sollen, durch den russischen General Ost er-mann daran verhindert wurde. Dieser bahnte sich mitten durchVandamme's Truppen einen Weg, und vertheidigte mit der größtenHartnäckigkeit jeden Fußbreit Landes. Als Ostermann endlich auf