gZZ Geschichte der ueueren Zeit.
durch Nepnier, unter welchem auch das sächsische Contingent diente,verstärkt. Der französische Kaiser hatte am 18. Oktober offenbardie Absicht, den Rückzug anzutreten; er bereitete aber zugleich Allesauch für eine nochmalige Schlacht vor, und bewährte seine Meister-schaft im Kriegführen noch zuletzt dadurch, daß er im Angesichte desFeindes seine ganze Stellung plötzlich änderte. Er hatte, als am18. Oktober um 8 Uhr Morgens die entscheidende Schlacht begann,eine sehr bedeutende Übermacht gegen sich, und es war ein ungün-stiges Zeichen für ihn, daß schon am Vormittag die sächsische Rei-terei zu ihren Landsleuten überging. Am Nachmittag folgten dieübrigen sächsischen Truppen unter Ryssel und die Würtembergerunter Normann dem gegebenen Beispiele. Diesem Umstände schrei-ben die Franzosen, wie sie zu thun Pflegen, den Verlust derSchlacht allein zu. Wenn dies aber auch ungegründet ist, so stehtdagegen doch außer allem Zweifel, daß sie am 18. Oktober nichtgeschlagen wurden. Sie behaupteten vielmehr an allen wichtigenPunkten ihre Stellung, und unterhielten bis zum Abend ein heftigesFeuer. Erst spät mußten sie sich zum Abzüge entschließen, weil ihrVerrath an Munition zu Ende ging, und weil sie, bis auf die vonLeipzig nach Lützen und Erfurt führende Straße, allenthalben vonFeinden umringt waren.
In der Nacht auf den 19. Oktober begannen sie den Marschnach Leipzig, um sich auf jener Straße nach Erfurt zurückzuziehen,wo die Kriegsvorräthe niedergelegt waren, und wo Napoleon seinHeer sammeln und neu ordnen wollte. Die Preußen folgten denzurückweichenden Franzosen auf dem Fuße nach, und durch den Über-tritt der basischen Truppen, welche in Leipzig standen, ward ihnendas Eindringen in diese Stadt erleichtert. Der dort anwesendeKönig von Sachsen wollte sich jetzt an die Alliirten anschließen;er wurde aber von diesen mit Recht nicht nur zurückgewiesen, son-dern auch als Gefangener nach Berlin gesandt. Die fliehenden Fran-zosen geriethen durch eine grobe Nachlässigkeit, welche Berthierbegangen hatte, in eine unbeschreibliche Verwirrung. Dieser hattenämlich, obgleich Napoleon schon am 17. die Errichtung mehrererBrücken über die Elster befohlen hatte, keine einzige erbauen lassen,so daß für den Rückzug des ganzen französischen Heeres nur zweiBrücken vorhanden waren, von denen noch dazu die eine gleich