Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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868 Geschichte der neuere« Zeit.

Thal von Vittoria, welches vom Flüßchen Zadora durchschnitten wird.Dort gerieth König Joseph in große Verlegenheit; denn auf dereinen Seite trafen die ihm am nächsten stehenden Truppen Clau-se!'s und Fop's, die er erwartete, nicht ein, und auf der anderenSeite konnte er weder ohne Zurücklassung seines Geschützes zu Foygelangen, noch wagte er, über das steile Gebirg von Salvatierrahin sich mit Süchet zu verbinden, weil er von Frankreich abgeschnittenzu werden fürchtete. Er beschloß daher gegen den Rath seiner bestenOfficiere, besonders des Marschalls Jourdan, bei Vittoria eineSchlacht zu liefern. Diese Schlacht fand am 21. Juli 1813 Statt.Die Engländer waren, wenn man ihre spanischen Truppen hinzu-rechnet, den Franzosen an Zahl überlegen. Die Letzteren hattendagegen weit mehr Geschütze. Dies konnte ihnen jedoch nichts nützen,weil ihre Stellung ungünstig war, und weil die Menge von Ge-päcke, Wagen und Kanonen, die sie bei Vittoria zusammengebrachthatten, jede freie Bewegung hemmte. Schon beim Beginne derSchlacht zeigte noch dazu ein spanischer Bauer den Engländern eineunbewachte Brücke des Flusses, hinter welchem die Franzosen auf-gestellt waren. Diese mußten alsbald fechtend zurückweichen, und ge-rieten dabei in eine solche Unordnung, daß ihre verschiedenen Corpseine einzige verwirrte Masse wurden. Da der Boden von Gräbendurchschnitten war, so konnten die Franzosen auch ihr Gepäck, ihreArtillerie und ihre Munition nicht retten. Alles dies fiel nebst zwei-tausend beladenen Packwagen, den Equipagen des Königs Josephund allen kostbaren Effecten seiner Hofhaltung in die Hände derEngländer. Joseph selbst wäre beinahe gefangen worden. Clausel,der am Tage nach der Schlacht mit der Nord-Armee herbei kam,rettete sich schnell mit Verlust seines Geschützes nach Frankreich.Auch Fop ward von den Engländern und Spaniern hitzig verfolgt,erreichte aber ebenfalls glücklich den französischen Boden.

Durch die Niederlage bei Vittoria ging das ganze nördliche undmittlere Spanien für die Franzosen verloren, und vom Meere anbis zum Pyrenäen-^asse von Roncevaur blieben nur noch Pam-peluna und Sän Sebastian in ihrer Gewalt. Napoleon entzog daher,sobald er die Nachricht von dieser Niederlage erhalten hatte, seinemBruder den Oberbefehl wieder, und schickte den Marschall Soult,der ihm kurz vorher im Kriege mit Rußland und Preußen wesentliche