Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Während Wellington im Norden Spanien's den höchsten Ruhmerlangte, beschimpften sich Bentinck und seine Stellvertreter an derOstküste. Bentinck hatte, noch ehe Wellington wieder in Spanieneingebrochen war, zweitausend Mann von John Murray's Truppennach Sicilien zurückgerufen, weil er sich von einem Angriffe derNeapolitaner bedroht glaubte, und zugleich durch die Kabalen derKönigin Marie Karoline aufs neue beunruhigt ward. Wellingtonhatte aber beim englischen Ministerium zu bewirken gewußt, daßdie sicilianischen Truppen, auf deren Mitwirkung er rechnete, inSpanien zurückgelassen werden mußten. Nachher ließ jedoch Ben-tinck, weil er wieder ein anderes Project entworfen hatte, einenTheil jener Truppen nach Sicilien zurückkommen, so daß JohnMurray, als er seine Unternehmungen begann, nur vierzehntausendMann hatte, unter welchen achttausend Engländer, Deutsche undSchweizer und nur neunhundert Reiter waren. Außerdem bestandauch noch zwischen den Ober-Osficieren seines Heeres eine fortwäh-rende Meinungsverschiedenheit und Zwietracht. Am 2. Juni setzteMurray sein Heer bei Tarragona ans Land, um diese catalonischeFestung zu erobern und sich dann durch Aragonien mit Wellingtonin Verbindung zu setzen. Süchet, welcher damals vor Alicantelag, konnte erst fünf Tage später nach Tarragona aufbrechen, undbedurfte zum Marsche dahin einer Zeit von wenigstens acht Tagen.Dessenungeachtet ließ sich Murray, welcher unterdessen Tarragonahätte einnehmen können, durch leere Gerüchte so sehr in Schreckensetzen, daß er seine Truppen schon am 12. Juni wieder einschiffte.Ja, er ließ sogar, um recht schnell entkommen zu können, sein schwe-res Geschütz und einen großen Verrath von Kugeln am Strandeliegen. Bei Balagner ging er wieder ans Land. Dort hatte erbereits Anstalt getroffen, dem herannahenden französischen GeneralMatthieu, dem er an Zahl der Truppen überlegen war, einTreffen zu liefern, als er am 17. Juni sich plötzlich wieder einschiffte.Er wurde wegen seines Verfahrens später vor ein Kriegsgericht ge-stellt, von diesem aber freigesprochen.

Am 27. Juni kam Bentinck selbst, jedoch ohne neue Truppenmitzubringen, in Spanien an, weist er sich beim Stande der ge-heimen Unterhandlungen, welche Mürat mit den Wirten angeknüpfthatte, endlich aus Sicilien entfernen zu können glaubte. Er landete