Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Sicilien und Neapel im Jahre 1813.

auf Napoleon's Befehl nach Neapel begeben, um den KönigMürat vom Äußersten abzuhalten, beruhigte aber von dort ausden Kaiser über Mürat's Treue, obgleich gerade ihm, dem Meisterdes Spionirens, Mürat's Unterhandlungen mit Östreich nicht un-bekannt.' sein konnten. Schon im December ließ Mürat, schein-bar als Napoleon's Verbündeter, seine Truppen in den Kirchen-staat einrücken. Gleich darauf kehrte nicht nur Graf Mier nachNeapel zurück, sondern es erschien dort auch Graf Neipperg alsöstreichischer Gesandter. Mit dem Letzteren schloß Mürat endlicham 11. Januar 1814 den Vertrag ab, in welchem er sich zur Theil-nahme am Kriege mit Napoleon verpflichtete. Am 26. Januar,nachdem Mürat bereits zu seinem Heere abgereist war, verabredeteauch Lord Bentinck, ohne Vollmacht dazu zu haben, mit dem nea-politanischen Minister des Auswärtigen einen Waffenstillstandsver-trag; und am 30. Januar machte Mürat seinen Truppen durcheine Proklamation bekannt, daß er mit England und Östreich gegenFrankreich zu Felde ziehe. Der mit Östreich geschlossene Vertragwar so sehr auf Schrauben gestellt, und die in demselben gemach-ten Versprechungen waren so unbestimmt und allgemein gehalten,daß nur ein so verblendeter Mann wie Mürat die wahre AbsichtÖstreich's verkennen konnte. Übrigens 'erklärte Mürat erst am 15. Fe-bruar 1814 dem französischen Kaiser den Krieg, nachdem er bereitsbis an die Grenze von Ober-Italien vorgerückt war.

In Ober-Italien war der Vice-König Eugen durch den östrei-chischen General Bellegarde genöthigt worden, sich von der Etschhinter den Mincio zurückzuziehen. Napoleon hatte ihm bei der Nach-richt vom Abfalle Mürat's den Befehl gegeben, Italien zu räumen;Eugen hatte aber diesen Befehl nicht befolgt, theils weil er die vonNapoleon vorgeschriebene Bedingung des freien Abzuges der ver-schiedenen Garnisonen nicht durchsetzen konnte, theils weil er vonden Lombarden zum König gewählt zu werden hoffte, oder dochwenigstens vor seinem Abzüge möglichst viel zusammenzurauben ge-dachte. Am 8. Februar hatte er den Östreichern bei Valeggioeine Schlacht geliefert, durch welche jedoch an den Stellungen beiderTheile nichts geändert wurde, obgleich die Ostreicher einige tausendMann verloren hatten, und Eugen sich des Sieges rühmte.