Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

auf dem Throne zu dulden, kund gethan. Napoleon hatte nämlich,als er am 31. März nach dem Abzüge seiner Truppen aus Parisin Fontainebleau angekommen war, den General Caulaincourtan den russischen Kaiser geschickt. Sein Abgesandter war aber, ob-gleich Alexander ihn zu einer zweiten Audienz in Paris beschied,mit der Erklärung abgewiesen worden, daß Alexander entschlossensei, mit Napoleon nicht wieder in Unterhandlung zu treten.

4. Vernichtung des Napoleonischen Kaiserthums undWiedereinsetzung der Bourbonen.

Die Gefahr, mit welcher Napoleon's Herrschermacht seit demEinzüge der Alliirten bedroht war, schwellte nicht blos die Seelender Royalisten mit frohen Hoffnungen an. Alle Leute von Einfluß,zu denen man die Royalisten vorerst nicht einmal zählen konnte,waren des Krieges müde, und freuten sich der Aussicht auf denbevorstehenden Umsturz des Napoleonischen Militär-Despotismus.In Paris wurden daher auch nach dem Einzüge der Alliirten dieverschiedenartigsten Kabalen angesponnen. Zu denen, welche die Be-endigung des Krieges und folglich auch die Beseitigung Napoleon'swünschten, gehörten nicht etwa blos die Speculanten und Geld-männer, sondern auch alle diejenigen, welche durch die Revolutionmächtig und reich geworden waren, von Cambaceres und Fouchsan bis hinauf zu den Marschällen. Auch die Theoretiker der Revo-lutions-Zeit, die in den Salons waltenden liberalen Schwätzer undSchwätzerinnen, eine Staöl, ein Benjamin Constant, ein Cha-teaubriand und Andere, welche Jahre lang Napoleon's Thronuntergraben hatten, sahen mit Entzücken den Augenblick herannahen,wo sie endlich der Gewaltherrschaft eines Eroberers und seiner Ge-nerale entledigt werden sollten; denn jetzt erst konnten sie hoffen, ihrIdeal, die englische Verfassung mit englischem Reichthum und Aristo-kraten-Übermuth verbunden, verwirklicht zu sehen. Übrigens dachtenalle diese Leute weder an die alte Monarchie, noch an die Bour-bonen; sie wurden aber zuletzt insgesammt um die Frucht der vonihnen betriebenen Gegen-Revolution betrogen, und diese fiel ganzallein den Royalisten der alten Zeit zu. Dies verdankten die Letzte-ren den beiden russischen Diplomaten Nesselrode und Pozzo di