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Hängebrücken.
ylgave Americana verfertigt, waren 4 Fuls dick 1 . Von der-selben Art mufs auch die Brücke gewesen seyn, welche der vier-te Yncas, Mayta Capak, ein weiser Regent und grolser Feld-herr zur Erweiterung seiner Eroberungen über den Flufs Apu-rimak spannte. Sie bestand aus fünf mannsdicken Tauen vonBindweiden, von denen drei den Boden der Brücke ausmachten,während die beiden Andern als Seitenlehnen dienten. Sie wa-ren an einem System von Querbalken befestigt, welche gegenzwei aus dem Felsen gehauene oder auch gemauerte grofse Pfei-ler gelegt wurden. Seile von der Dicke eines Armes machtenden Querverband aus, und nahmen die Bretter des Fufsbodensauf, die dann noch mitSchilf oder Reisig bestreut wurden. Die-se Brücke war zweihundert Schritte lang und zweiVaras (7 Fuls)breit 2 .
Auch in der altenWelt wird die Erfindung derllängebriik-ken einem Krieger zugeschrieben, und wohl dürfte hierin denAsiaten die Priorität zukommen. In der chinesischen ProvinzSetschuen befinden sich drei Brücken, die von dicken Seilen ge-tragen werden. Berühmter jedoch ist die eiserne Kettenbrückeüber den Panho in der Provinz Quei-tschu. Auf den beidenUfern des zwar nicht breiten , aber sehr tiefen Flusses wurdenzwei massive steinerne Pfeiler von 6 bis 7 Fufs Breite und 17bis IS Fufs Höhe erbaut, welche (übereinstimmend mit der so-liden Construction der heutigen Engländer), zusammen ein Thorbilden. An jedem Pfeiler hängen vier Ketten an ungeheuergrofsen Ringen, und diese sind durch kleinere Ketten dergestaltmit einander verbunden, dafs das Ganze einem Netz mit grofsenMaschen ähnlich sieht. Die Brücke ist mit starken Bohlen be-legt, die wohl mit einander Zusammenhängen, und von denPforten aus führt eine feste, auf vorspringenden Balken liegendeBrücke zum Niveau der Ketten hin: zu beiden Seiten ist ein ein-faches hölzernes Geländer angebracht 3 . Aehnliche Brücken be-finden sich in dem benachbarten Thibet. Unweit der Stadt
1 Humboldt Vues des CordilDres et Monumens des peuples in-digenes de l’Ame'rique.
2 AUgem. Historie d. Reisen. T. XV. S. 392. u. 588. Die Er-richtung dieser Brücke dürfte auf das Ende des zwölften Jahrhuu-dtrts fallen.
3 Allgem. Hist. d. Reisen. T. VI. S. 199. ("nach Du Halde).