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22 Härte. -
bestellt ein gewöhnliches Mittel des Härtens darin, dafs mandieselben erhitzt und dann schnell abkühlt, Wobei indefs dasEisen nur auf der Oberfläche bedeutend härter, im Ganzen aberspröder wird, der Stahl aber durchaus einen der Differenz zwi-schen der anfänglichen Hitze und der plötzlich erzeugten Ab-kühlung proportionalen Grad der Härte annimmt. Insgemeingeschieht das Härten dadurch, dafs er bis zum Dunkelrothglii-hen erhitzt und dann schnell in kaltes Wasser getaucht wird \ist aber der Stahl an sich schon von einer harten Sorte (indemes in dieser Hinsicht sehr verschiedene Arten giebt), so wirder zugleich ausnehmend spröde, mithin wegen seiner Zerbrech-lichkeit für den technischen Gebrauch minder geeignet, und manmufs die aus ihm verfertigten Werkzeuge daher wieder anlassen,d. h. allmälig bis zu einem geringeren oder gröfseren Grade derWärme erhitzen, welcher durch die auf seiner Oberfläche er-' scheinende Farbe bestimmt wird. Der geringste Grad des An-lassens, wobei Härte und Sprödigkeit nur wenig gemildert wer-den , geht bis zur hell-strohgelben Farbe , ein weiterer dannzur dunkelgelben, zur karmesinrothen , violetten , dunkelblauenund grau - schwarzen, bei welcher fast alle Härtung wieder auf-gehoben ist. Diese Farben der Oberfläche sind Folgen eineranfangenden oder weiter fortgesetzten Oxydirung einer ver-schwindend dünnen Metallschicht *. In manchen Fällen giebtman dem Stahle die zum Federn erforderliohe Härte, indem manihn bis nahe zum Glühen erhitzt und dann in Oel taucht oderihn mit Unschlitt bestreicht (das sogenannte Abbrennen) , wel-ches sich anfangs entzündet, im Ganzen aber eine langsamereAbkühlung bewirkt, als das Eintauchen in Wasser, weil Oelund Unschlitt eine geringere Wärmecapacität haben als Wasser,und durch den heifsen Stahl auf eine höhere Temperatur ge-bracht werden, als dieses beim Wasser möglich ist, welchesnoch obendrein durch die Dampfbildung eine unglaublicheWärme plötzlich entzieht und dadurch eine sehr schnelle Ab-kühlung bewirkt. Hierzu kommt noch, dafs das Fett die Ober-fläche des Stahles gegen eine weitere Verbrennung schützt unddie Trennung des Kohlenstoffs von derselben verhütet, somitalso die Verwandlung des Stahls in Eisen hindert. Auf gleiche
1 Vergl. Eisen Th. III. S, 161. Fdsiniem in Brugnatelli Giora.Dec. II. II. 145. Davt iu Gilb. Ann. LI. 206.